Borislaw michajlow stirbt mit 63 – der mann, der deutschland 1994 rauschte

Er war der Alptraum einer ganzen Fußballgeneration. Borislaw Michajlow, der bulgarische Torhüter, der 1994 im WM-Viertelfinale Deutschland aus dem Turnier warf, ist tot. Er wurde nur 63 Jahre alt.

Der tag, als der himmel in new jersey schwarz wurde

East Rutherford, 10. Juli 1994. Matthäus, Völler, Klinsmann – sie alle starrten ungläubig auf diesen Mann im bulgarischen Tor. Michajlow wehrte jeden Ball ab, was deutsche Schüsse auch immer an ihm zerbarst. Die 2:1-Sensation schleuderte den Titelverteidiger raus und Bulgarien ins Halbfinale. Ein historischer Stichtag.

Michajlows Karriere liest sich wie ein Epos. 102 Länderspiele, drei WM-Endrunden, ein Viertelfinal-Penalty-Killer gegen Mexiko, und dann eben dieses deutsche Drama. Die Boulevardpresse nannte ihn schon vorher „der Torwart mit dem Toupet“ – ein Spitzname, den er mit Humor ertrug.

Eine dynastie zwischen den pfosten

Eine dynastie zwischen den pfosten

Sein Vater Bisser hütete einst ebenfalls das bulgarische Tor. Sein Sohn Nikolaj folgte. Drei Generationen, eine Position, ein Land vereint in der Hand von Männern, die Flugbälle lesen konnten, bevor sie abgeflogen waren.

Nach seiner Ausländerserie schwang Michajlow 2005 in den Verband um. Sechzehn Jahre lang präsidierte er den BFU, moderierte durch Korruptionsaffären, EU-Druck und interne Revolten. Die Würdigung nun: „Legende des bulgarischen Fußballs“ – knapp, korrekt, aber irgendwie zu klein für eine Figur, die ganze Stadien verstummen ließ.

Er hinterlässt eine Frau, zwei Kinder – und ein Echo, das in deutschen Ohren noch immer nachhallt. Wer 1994 dabei war, vergaß Michajlow nie. Jetzt ist er raus aus dem Spiel, und die 63 Jahre muten unendlich kurz an für einen, der ein ganzes Land jubeln ließ.