Backhaus will mit braunschweig in paderborn den absturz stoppen
Kurz vor dem Abgrund spürt Heiner Backhaus den Wind von vorn. Ein Punkt aus vier Spielen – das ist kein Formtief, das ist ein Freifall auf Rang 16. Jetzt gastiert die Eintracht beim Angstgegner SC Paderborn, Tabellenzweiter, Tor-Garant und Heim-Moloch. Backhaus? Redet trotzdem vom Überraschungscoup.
„Wir sind kleiner gemacht worden, als wir sind“, sagt er, ohne das 1:2 gegen Münster zu beschönigen. „Ein Stimmungskiller, klar. Aber wer jetzt den Kopf hängen lässt, verliert auch die Relegation.“ Also fordert er „Limit-Leistung“, ein Spiel „auf Augenhöhe“, obwohl die Statistik ihn zum Außenseiter degradiert.

Lukas benen pfeift – und braunschweig wird nervös
Der Schiedsrichter ist kein Nebensatz. Benen zeigte den Löwen in zwei seiner drei Einsätze bereits drei Platzverweise. Die Lernpflicht: Disziplin oder Endspiel. „Wir stehen mit 2 Rot, 5 Gelb-Rot in der Statistik – das ist keine Fußball-Währung, mit der man in Ostwestfalen zahlen darf“, sagt Co-Trainer Marco Kostmann. Die Marschroute lautet: Zweikampf ja, Karte nein.
Personelle Luftschläuche gibt es. Ron-Thorben Hoffmann und Lino Tempelmann kehren zurück, Neuzugang Maurice Multhaupsoll Paderborns Pressing sprengen. Die Hoffnung: Schnelle Umschaltmomente, konterreife Räume, eine Tor-Szene vor 15.000 lautstarken Paderborn-Fans. Die Realität: Ohne Punkt droht der Vorsprung auf Platz 17 zu schmelzen.
Backhaus weiß, dass Trainer-Abgänge in solchen Lagen „Gesetzmäßigkeiten der Branche“ sind. Er zitiert sich selbst: „Wenn es am Ende heißt ‚danke und tschüss‘, werde ich mich aufrichtig verabschieden. Aber ich kämpfe dagegen.“ Vertrag bis 2025 hin oder her – die Tribüne diskutiert schon den Stellenplan neu.
Samstag, 13 Uhr, Benteler-Arena. Fernsehen live, Atem an. Ein Sieg würde die Eintracht auf Platz 14 hieven und das Restprogramm erträglich machen. Eine Niederlage? Dann lautet die Tabelle: Abstiegszone bis Ostern. Backhaus’ letzte Botschaft an seine Mannschaft: „Paddeln wir da durch. Wer den Kopf über Wasser behält, schafft den Strand.“
