5:0-Kantersieg! fsv schöningen schickt st. pauli ii nach hause und glaubt wieder ans klassenbleiben
Schöningen – Die Regionalliga Nord zittert. Der Aufsteiger FSV Schöningen fegte St. Pauli II mit 5:0 vom Platz und stellte sicher: Der Abstiegskampf ist längst nicht mehr unsere Baustelle, sondern unsere Bühne.
Ein sieg, der rekorde bricht – und köpfe drehen lässt
„Das war der höchste Sieg, den wir jemals in der Regionalliga gefeiert haben – und selbst in der Oberliga haben wir nie so hoch gewonnen“, jubelte Präsident Karsten Kräcker nach Abpfiff. Die 11.000-Einwohner-Kleinstadt im Landkreis Helmstedt atmete tief durch. Endlich.
Christian Benbennek, Trainer und sportlicher Leiter in Personalunion, winkte die Statistik-Klatscher weg. „Für mich zählt, dass wir 90 Minuten stabil waren, dass wir flexibel reagieren, wenn der Gegner umstellt. Das haben die Jungs inzwischen drauf.“ Der 53-Jährige, erst im Dezember 2024 verpflichtet, hatte nach fünf sieglosen Spielen im August noch mit dem Rücken zur Wand gestanden. „Da riefen mir Berater an und wollten mir einen neuen Trainer andrehen. Nie und nimmer“, schimpft Kräcker.

Erfahrung statt experiment: mittelfeld mit erstliga-vita
Gegen St. Pauli II dirigierten Yannik Möcker, Willi Evseev und Federico Palacios das Zentrum – drei Spieler, die Dritt- und Erstligaluft geschnuppert haben. „Dann bringen wir Christian Skoda mit über 300 Regionalligaspielen oder Christian Beck, der hier schon Torschützenkönig war“, zählt Benbennek auf. Die Bank wurde zur Waffe.
Daniel Reiche, 2009 noch im Kader des VfL Wolfsburg, erklärt die Wende: „Wir haben sechs Monate daran gearbeitet, endlich mal ein Spiel zu Null zu bringen. Letzte Woche haben wir erstmals ein Remis geholt. Das war vorher undenkbar.“ Die Leichtigkeit kehrte zurück – und mit ihr die Punkte.

Neun spiele in 36 tagen: der nächste gegner heißt lübeck
Am Freitag gastiert der VfB Lübeck, Spitzenreiter und Aufstagskandidat. „Wir haben jetzt alle vier Tage ein Spiel. Mal fehlen Stützen durch Gelb, mal durch Muskelfaser-Risse“, warnt Benbennek. Doch der Glaube ist zurück. „Unser Ziel ist klar: über dem Strich bleiben. Mit jedem Punkt kommen wir dem näher“, sagt Reiche.
Nächstes Jahr will der Klub als etablierter Regionalligist durchstarten. Wo die Reise danach hingeht? „Fußball ist Tagesgeschäft“, zitiert Benbennek sich selbst. „Ich plane nicht wie auf einem Parteitag in China.“ Nach dem 5:0 ist klar: In Schöningen wird erst mal lautstark gelebt – und erst in der Ferne gerechnet.
