Kubalik fehlt: ev zug stellt topscorer aus dem play-in-kader
Der EV Zug schlägt in Davos eine Schneise durch seinen eigenen Kader. Dominik Kubalik, 29 Tore in der Hauptrunde, sitzt beim zweiten Play-in-Spiel in der Bossard Arena nur auf der Tribüne – und niemand spricht von Verletzung.

Groulx setzt auf vozenilek statt topscorer
Benoit Groulx’ Aufstellung war noch nicht durchgesickert, da kursierte die Nachricht schon auf den Tribünen. Kubalik raus, Daniel Vozenilek rein. Der Tscheche mit dem NHL-Stempel darf zuschauen, wie sein Landsmann an seiner Seite spielt. Vozenilek war beim 3:4 in Spiel eins noch gesund geschont, nun soll er die Lücke des 29-fachen Torschützen füllen.
Die Rechnung des Trainers ist klar: Tempo vor Tiefe. Nach der Schlussphase-Pleite vom Freitag will Groulx die Davoser Abwehrketten mit wechselnden Angriffsreihen durcheinanderbringen. Kubalik blieb in Spiel eis kalt, seine letzte Playoff-Tor-Beteiligung liegt bereits 17 Monate zurück. Die Frage bleibt: Verzichtet der EVZ auf den Killerinstinkt oder befreit sich das Team endlich vom Ein-Mann-Spiel?
Die Statistik spricht gegen den Zug: Ohne Kubalik-Treffer sank die Punkteausbeute in dieser Saison um 38 Prozent. Gleichzeitig gewann der EVZ drei der vier Spiele, in denen der Flügelstürmer fehlte oder unter 15 Minuten Eiszeit bekam. Die Botschaft an die Kabine lautet: Kollektiv statt Star.
Die Davoser indes wittern die Vorentscheidung. Mit Kubalik auf der Bank verliert der Gegner 30 Prozent seines Powerplay-Schiesses. Trainer Christian Wohlwend wird seine Box-Formation enger stellen und die Center auf Suter und Simion ziehen. Ein frühes Tor, so die Devise, und die Serie kippt.
Für Kubalik selbst wird es ein langer Abend. Er wird sich warmmachen, die Blicke der Fans spüren und wissen: Ein Comeback in Spiel drei ist möglich, aber nur, wenn seine Mitspieler heute liefern. Die Uhr tickt – und die Play-in-Träume des EV Zug mit ihr.
