Ksc feiert 3:3-remis: wanitzek rettet dresden mit letztem atemzug

3:3 – ganz spät, ganz wild, ganz Karlsruhe. Marvin Wanitzek verwandelte in der vierten Minute der Nachspielzeit den zweiten Elfmeter seines Teams und riss den KSC zurück ins Leben. Die Vorstellung war eine Achterbahn: blutarme erste Halbzeit, wütende zweite, ein Punkt, der wie ein Sieg schmeckt und wie eine Warnung wirkt.

Dresden legt los wie die feuerwehr

Niklas Hauptmann brauchte 180 Sekunden, um den Wildpark in Stille zu versetzen. Der Mittelfeldspieler zog aus spitzem Winkel ab, Robin Himmelmann war noch im Aufbau, der Ball zappelte im Netz. Die Sächsen spielten, als gäbe es kein Morgen – kurze Pässe, hohes Pressing, zwei weitere Tore bis zur Pause. 3:1 zur Pause, die Gäste jubelten schon.

Christian Eichner sprach später von „Kopf-Trägheit“. Seine Spieler wirkten wie in Zeitlupe, passten quer, passten rückwärts, passten die Kugel schließlich an Dresden weiter. Bobzien erhöhte auf 1:2, Hauptmann krönte sein Solo mit dem 1:3. Nur Wanitzeks Foulelfmeter (23.) störte zwischenzeitlich den Dresdner Spielfluss.

Ben farhat zündet den turbo

Ben farhat zündet den turbo

Die zweite Hälfte war ein einziger Sturm. Eichner stellte auf Viererkette um, schickte zusätzliche Stürmer, ließ die Sechziger-Pressing-Zone auflösen. Die Wende kam in Person von Louey Ben Farhat: Drehung, Schuss, 2:3 (68.). Das Wildpark-Stadion bebte, die Kurve schmetterte „Wir glauben’s wieder!“.

Karlsruhe schoss in 25 Minuten mehr Torschüsse (elf) als in der gesamten ersten Halbzeit (vier). Simic köpfte an den Pfosten, Schreiber parierte gegen Förster, Dresden klärte auf der Linie. Die Uhr tickte, die Sätze wurden kürzer, das Publikum atmete in Schlucken.

Letzte sekunde, letzte hoffnung

Letzte sekunde, letzte hoffnung

90.+4: Egloff wird gefoult, der VAR bestätigt, Wanitzek läuft an. Sein Blick geht links, der Ball geht mittig – Tor. Ein Punkt, der wie drei wirkt. Die Spieler sinken teils auf die Knie, teils fliegen sie sich um den Hals. Dresden-Coach Thomas Stamm stemmt die Hände in die Hüften: „Wir hätten den Deckel draufmachen müssen.“

Tabelle gesehen? Karlsruhe rückt auf Platz sieben vor, Dresden bleibt Sechzehnter. Der KSC reist nächste Woche zum FCK, Dresden empfängt Preußen Münster. Beide Spiele riechen nach Feuer – und nach weiteren späten Toren.