Krickau zückt den joker: mit sohn-sieg-erinnerung gegen magdeburg

Nicolej Krickau hat die DVD seines Lebens schon eingelegt. Im Berliner Trainingszentrum lief gestern das 33:30 der Füchse vom 21. März 2025 – seine persönliche Psycho-Granate vor dem Ost-Derby beim SC Magdeburg.

„Mein Sohn und ich saßen damals auf der Tribüne“, erzählt der 39-jährige Däne, der mit dieser Sequenz seinem Team einbläut: Ihr könnt die Arena zum Kochen bringen. Denn genau das muss heute (16.05 Uhr, ARD/Dyn) passieren, will Berlin die Meisterschaft noch einmal offen halten.

Fünf niederlagen, ein hauch hoffnung

Krickau wischt zuerst ab: „Titelverteidigung? Unrealistisch.“ Dann kommt das große Aber: „Gewinnen wir, steigt unsere Chance vielleicht auf zwei, drei Prozent.“ Für eine Liga, in der Magdeburg seit Wochen wie ein Zug ohne Bremse wirkt, ist das bereits das Maximum an Drama.

Die Zahlen sprechen trotzdem eine klare Sprache: Füchse mit fünf Pleiten, SCM erst zwei. Doch Mathias Gidsel lacht das weg. „Müde? Quatsch. Die Jungs laufen morgen 60 Minuten lang auf Adrenalin.“ Der Dänische Weltmeister weiß, was Sache ist: Magnus Saugstrup kennt ihn in- und auswendig, wird intern die Gidsel-Stop-Anleitung zirkulieren lassen.

Krickaus kaltstart-geist ist geschichte

Krickaus kaltstart-geist ist geschichte

Erinnert sich noch jemand an September? 32:39 in Berlin, Krickaus Debüt, 48 Stunden nach dem Doppel-Rauswurf von Jaron Siewert und Stefan Kretzschmar. „Wir waren überfordert, körperlich, mental, taktisch – alles“, sagt er heute. Diesmal hat er eine Woche mit Nationalspielern geplant, keinen Not-Notdienst. Die Körper kommen frisch, die Köpfe sind voll.

Und die Magdeburger? Sie spielen vor 6.800 Fans, die längst den Meister schon in Ehren halten. Aber die laute Gruft kann auch ein Korsett sein. „Wenn wir früh ein Tor machen, wird es laut – nur diesmal gegen den Tabellenführer“, sinniert Krickau. Die ersten zehn Minuten entscheiden, ob die DVD-Vorführung Mythos oder Makulatur wird.

Am Ende bleibt eine simple Rechnung: Entweder Magdeburg macht den Sack zu – oder Berlin hält die Saison am Leben. Krickau hat seinen Joker bereits ausgespielt. Jetzt sind seine Spieler am Zug.