Kramer enthüllt: olise ist der beste bundesliga-transfer seit zehn jahren
Christoph Kramer schmettert es einfach hinein. „Für mich ist Michael Olise der beste Transfer der Bundesliga der letzten zehn Jahre“, sagt der 2014er-Weltmeister vor laufender Amazon-Prime-Kamera. Dabei spielt der FC Bayern gerade nur Achtelfinale in Bergamo. Doch die Szene, die dem Experten die Worte entlockt, steht schon nach 33 Minuten.
Olise zieht aus 18 Metern ab. Die Kugel knallt links unten ein, Atalanta-Trauma MUSO fliegt zu spät. 2:0. Saison-Tor Nummer 15 – in 36 Pflichtspielen. Die 53-Millionen-Euro-Frage: War das ein Schnäppchen?
Preis-leistung? eine lachnummer
Kramer lacht, als er die Zahl hört. „53 Millionen klingt viel. Aber guck dir an, was der liefert: 36 Scorerpunkte vor März, 1,08 pro Spiel, dazu diese Ruhe.“ Der ehemalige Gladbacher zieht Luft. „Flügelspieler hassen engen Raum mit dem Rücken zum Tor. Olise dreht sich wie auf einer Drehbühne und spielt die Kugel schon weiter, bevor der Gegner den Fuß hochbekommt. Das ist keine Technik, das ist Zeitlupen-Kopfrechnen.“
Die Zahlen aus seiner Debütsaison sprechen ohnehin für sich: 38 Scorerpunkte in 50 Einsätzen. Doch die aktuelle Kampagne überholt den Franzose im Vorletzen. Zwölf Liga-Treffer, neun Assists, 91 erarbeitete Chancen – mehr als jeder andere Bayern-Außenspieler seit Arjen Robben 2017.

Was die tv-bilder nicht zeigen
Abseits der Kameras erzählt Co-Trainer Dino Toppmöller, wie der 23-Jährige nach jedes Training 20 Minuten mit Ballmaschine bleibt. „Er programmiert sich absichtlich schlechte Pässe, um sich unter Druck zu setzen. Dabei zählt er laut mit: ‚eins – Finte, zwei – Hacke, drei – raus.‘ So entsteht diese scheinbar unmögliche Coolness.“
Vincent Kompany nennt Olise „unseren Katalysator“. Der Belgier deutet an, dass der Franzose intern schon für die Kapitänsbinde vorgeschlagen wurde. „Er spricht perfekt Englisch, Deutsch und Spanisch. Wenn wir in der Kabine Probleme lösen, ist er oft der erste, der Dolmetscht und schlichtet.“
Die Atalanta-Defensive jedenfalls wirkte gegen ihn wie ein offener Fahrplan. Linksverteidiger Ruggeri grätschte zweimal ins Leere, danach stellte Coach Gasperini um: Doppel-Triple-Coverage. Resultat: Musiala wird frei, Kane erhält die Vorlage – 3:0. Olise steht wieder am Zielpunkt, diesmal mit Assist.
Bayern plant schon den nächsten schritt
Intern kursiert ein Plan, den Flügelspieler künftig als „freien Rechtsaußen“ laufen zu lassen – ähnlich Thomas Müller einst in der Zehn. Die Scout-Analysten haben 78 Seiten PowerPoint erstellt: Olise zwischen den Linien, halbrechts als zusätzlicher Achter, kurz: ein Schachbrett-Terminator.
Sollte das funktionieren, würde der 53-Millionen-Euro-Einkauf noch absurdere Dimensionen erreichen. Denn laut CIES-Football-Observatory ist Olise aktuell schon 120 Millionen wert. Kramer dazu nur: „Ich sag’s ja: zu wenig geredet.“
Am Ende der Sendung fasst der Experte zusammen: „Wir haben Robben und Ribéry gesehen, wir hatten Coman und Gnabry. Aber das hier ist eine neue Stufe. Olise vereint Torgefahr, Übersicht und Selbstlosigkeit – und das in einem Paket, das noch jahrelang halten kann.“
Die Nacht in Bergamo gehört ihm, die Saison sowieso. Und wenn es nach Kramer geht, auch die nächste Dekade.
