Kovac wehrt sich: bvb-kritik 'interessiert keinen'!
Dortmund – Niko Kovac hat sich in aller Öffentlichkeitgegen die anhaltende Kritik an der Spielweise von Borussia Dortmund zur Wehr gesetzt. Bei einer Veranstaltung von Reiner Calmund ließ der BVB-Trainer seiner Frustration Ausdruck und deutete gleichzeitig an, was dem Kader aktuell fehlt – und nannte dabei einen Namen, der die Fans schmerzlich erinnert.
Die tabelle lügt nicht, aber…
Während die Schwarzgelben unter Kovac so erfolgreich sind wie seit Jahren nicht mehr, überschlagen sich die Kritikpunkte. Zu wenig Kreativität, zu wenig Torchancen, zu wenig „Glanz“ – so die üblichen Vorwürfe. Doch Kovac konterte mit einem Schmunzeln: „Das interessiert aber keinen. Dass wir erfolgreich sind, interessiert auch keinen.“ Eine klare Ansage an die Medien und die Fans, die offenbar mehr Romantik als Ergebnisse erwarten.
Die Bilanz stimmt jedoch: Borussia Dortmund steht vor der direkten Qualifikation für die Champions League und hat eine solide Defensive. Nur zwei Gegentore mehr als der FC Bayern München sprechen für sich. Und auch die Offensive kann sich mit 60 Toren sehen lassen – gleichwertig mit dem VfB Stuttgart.

Sancho fehlt – aber nicht nur er
Kovac sprach offen über die Kaderqualität und betonte, dass er mit den vorhandenen Spielern arbeitet. „Als Trainer muss man immer wieder sehen: Was hat man zur Verfügung? Dann kann man nur das spielen, was möglich ist.“ Dabei nannte er den Namen Jadon Sancho, der aktuell nicht im Kader weilt. „Ich glaube, das, was uns oder den Fans fehlt, ist vielleicht der Sancho, der Haaland, der Dembélé, der Reus“, so Kovac. Namen, die für eine gewisse „extra Skills“-Ausstattung stehen, die dem BVB im Moment schlichtweg fehlt. Hans-Joachim Watzke hatte kürzlich ebenfalls den Wunsch nach ein oder zwei Unterschiedsspielern geäußert.
Es ist ein unbequemer Fakt: Der BVB hat sich verändert. Die Ära der Weltklassespieler, die regelmäßig für spektakuläre Aktionen sorgten, scheint vorbei. Aber Kovac lässt sich nicht entmutigen. Er sieht die Stärken seiner Mannschaft und betonte, dass er stolz darauf sei, mit diesen Spielern arbeiten zu dürfen. Obwohl die Luft nach oben besteht und die Ambitionen groß sind, steht fest: Niko Kovac hat Dortmund stabilisiert und den Weg für die Rückkehr in die europäische Spitze geebnet.
Das entscheidende Spiel gegen Hoffenheim am kommenden Wochenende wird zeigen, ob der BVB die Königsklasse tatsächlich perfekt macht – ohne die nervenaufreibende Zitterpartie der vergangenen Jahre. Kovac hat seinen Anteil daran, dass diesmal ein entspannteres Gefühl herrscht.
