Köster schockt kiel vor seinem umzug – gummersbach jagt jetzt die champions league

Ein Schritt nach vorn, zwei Tore hinten: Julian Köster lief beim 34:26-Sieg seines aktuellen Klubs VfL Gummersbach über den künftigen Arbeitgeber THW Kiel her, schoss sieben Tore und schickte die Zebras auf die Verlierstraße. Die Ironie ist perfekt – der Nationalspieler, der im Sommer 2026 nach Kiel wechselt, könnte sich in der kommenden Saison mit dem VfL sogar für die Champions League qualifizieren, während sein neues Team in der European League strandet.

Heiner brand: «julian hätte der neue könig werden können»

Der WM-Trainer von 2007 blickt mit gemischten Gefühlen auf den Transfer. «Das hätte mich gefreut, wenn er geblieben wäre», sagt Brand im Gespräch mit handball-world. «Er ist der kompletteste deutsche Handballer der Gegenwart, aber in Kil lernt er, dass Luxus auch ein Fluch sein kann.» Mit Uwe Gensheimer, Domagoj Duvnjak, Hendrik Pekeler und drei weiteren Rechtsaußen steht Köster vor einem internen Stellungskrieg um Spielzeit und Ansehen.

Die Zahlen sprechen gegen Kiel: 34:12 Punkte stehen nach 23 Spielen zu Buche, der Rückstand auf Rang sechs – der letzten Champions-League-Position – beträgt bereits fünf Zähler. Gummersbach dagegen rangiert mit 32:12 Punkten auf Platz vier und könnte nach dem Topspiel gegen TBV Lemgo am Samstag (18 Uhr, live bei Dyn) sogar vorbeiziehen. «Wenn der VfL die Liga verlässt, während der THW bleibt, wird Kösters Entscheidung zum Gesprächsthema», sagt Brand.

Der luxus, der köster erstickt

Der luxus, der köster erstickt

Trainer Filip Jícha rotiert in der Rückraummitte wie auf einem Karussell. Sechs Rechtsaußen, ein Kader voller Nationalspieler – und kein Platz für Experimente. Köster, bisher Garant für 6,4 Tore pro Spiel, droht die Reservebank. «Er muss lernen, dass Talent in Kiel keine Tagesordnung ist, sondern Pflicht», sagt Brand. «Die Frage ist nicht, ob er gut genug ist, sondern ob er schnell genug ist.»

Beim VfL wäre er Anführer, Markenbotschafter, Gesicht der neuen Ära. In Kiel wird er erst mal Nummer sieben in einer Reihe von Superstars. «Er hätte in Gummersbach Geschichte schreiben können», sagt Brand. «Aber er hat sich für das Abenteuer entschieden. Jetzt muss er liefern – sonst wird er zur Fußnote im eigenen Transfer.»

Am Samstag trifft Gummersbach auf Lemgo, Kiel muss in Magdeburg antreten. Ein Sieg des VfL und eine Niederlage der Zebras – dann trennen die Clubs nur noch ein Punkt. Köster lacht nicht mehr so oft. Er weiß: Je besser Gummersbach spielt, desto lauter wird die Frage, ob er den falschen Verein gewählt hat.