Königsdörffer rast zurück in ghanas wm-kader – und trifft auf seine heimat
Ransford-Yeboah Königsdörffer spielt sich nicht in Form, er schlägt sich durch. Nach vier 5ern in Serie und Shitstorms im Netz steht der HSV-Stürmer plötzlich wieder im Kader der Black Stars – und darf gegen Österreich und sein Geburtsland Deutschland ran.
Die nominierung kam per whatsapp
Otto Addo schreibt, Königsdörffer springt ein. Inaki Williams’ Muskelbündelriss öffnet dem 24-Jährigen das Tor zur WM-Generalprobe. „Ransi ist eng dran“, sagt Addo, „er hat zwei, drei Spiele in der Rückrunde gezeigt, die uns gefallen.“ Für den Offensivmann ist das mehr als ein Trostpreis – es ist die letzte Bühne, um vor dem Endturnier in Brasilien nochmal Vollgas zu geben.
Die Zahlen sprechen eine andere Sprache: 4,52 im kicker-Schnitt, vier Tore, kein einziger Assist. Trotzdem behielt Trainer Merlin Polzin ihn auf der Zehn, weil seine Tiefe ohnehin rar ist. „Er läuft sich frei, auch wenn der Ball mal nicht läuft“, sagt Polzin. Das reicht offenbar, um sich im Sturm-Star-Trio mit Williams und Semenyo wieder reinzuknöpfen.

Der traum lebt – aber nur für 180 minuten
In Wien und Stuttgart entscheidet sich, ob Königsdörffer nach Brasilien fliegt oder zu Hause bleibt. Addo will Druck: „Wer jetzt glänzt, nimmt die Pole-Position mit.“ Der HSV-Profi weiß, dass er gegen Deutschland nicht nur seine Familie, sondern auch seine Kritiker im Blick hat. Ein Tor reicht nicht – er muss eine Geschichte schreiben.
Mit ihm reisen drei weitere Bundesliga-Kollegen: Patric Pfeiffer feiert sein Debüt, Jonas Adjetey und Derrick Köhn sind die anderen deutschen Gesichter. Ghana will in Gruppe L England, Kroatien und Panama das Fürchten lehren. Für Königsdörffer beginnt die Mission aber schon am 27. März im Ernst-Happel-Stadion. Dann hat er 90 Minuten, um aus dem Schatten der Note 5 zu treten – und in die Lichter der WM zu laufen.
