Kongo schnapst sich letztes wm-ticket – jetzt wartet colombias gruppe der rauen bretter
Der Traum von der WM kostet Schweiß, Tränen – und Kopfball Nr. 100. Die Demokratische Republik Kongo hat ihn draufgehämmert, Jamaica niedergerungen und das verflixte letzte Ticket für Gruppe K gelöst. Die Zukunft von Colombia, Portugal und Uzbekistan ist jetzt fix, der Zeitplan für den 17. Juni steht. Und keiner darf sich mehr verstecken.
Der treffer, der jamaicas keeper andre blake machtlos machte
Guadalajara, Minute 100. Ecke von der linken Fahne, Axel Tuanzebe startet aus dem zweiten Glied. Kopfball, Winkel aus fünf Metern, nicht mehr zu halten. Die Kongolesen klatschen sich ab, die Reggae Boyz sinken auf die Hüften. 90 Minuten lang hatte Blake den Kasten sauber gehalten, die Verlängerung zwingt ihn in die Knie. Es ist das erste Mal seit 1974, dass Kongo wieder bei einer Endrunde dabei ist – und das nach dem harten Weg über die Interkontinental-Playoffs.
Was folgt, ist ein Sprintprogramm für alle Beteiligten. Colombia eröffnet am 17. Juni gegen Uzbekistan, trifft sechs Tage später auf die frisch geschlüpften Leoparden und beendet die Gruppenphase am 27. Juni gegen Portugal. Drei Spiele, neun Punkte, kein Luxus mehr für Fehlstart.

Gruppe k mischt erfahrung mit explosiver anarchie
Portugal bringt Tiefe, Uzbekistan taktische Disziplin, Kongo rohe Power – und Colombia? Die Tricolor muss beweisen, dass die South-American-Flair-Show auch gegen afrikanische Athletik funktioniert. Sébastien Desabres Kader ist kein Underdog-Geheimtipp. Mit Marvelous Nakamba (Luton), Aaron Wan-Bissaka (West Ham) und Tuanzebe (Ipswich) stehen Premier-League-Schrotflinten auf dem Rasen, die jeden Konter bis zur Endlinie durchziehen.
Die Statistik spricht für Spannung: Kongo kassierte in der Quali nur vier Gegentore, traf aber auch erst neunmal – das macht sie zur effizientesten, nicht zur spektakulärsten Mannschaft Afrikas. Gegen Jamaicas Tempofußball haben sie bewiesen, dass sie auch mal 120 Minuten lang Gas geben können. Colombia sollte sich warm anziehen.

Colombias kalender – kein spiel verschenken
17. Juni, 18 Uhr Ortszeit, gegen Uzbekistan. Die Asiaten laufen selten aus der Formation, lassen aber Räume, wenn man sie schnell dreht. Sechs Tage später folgt die Afrikaner-Prüfung, bei der James Rodríguez und Luis Díaz die Außenbahnen in Schutt legen müssen. Schließlich Portugal – und damit der Gegner, der in WM-K.o.-Phasen schon ganz nah am Pokal war. Wer hier nicht mindestens vier Punkte sammelt, fliegt früh raus. Die Rechnung ist simpel: Nur der Gruppensieger spart Nerven im Achtelfinale.
Der Plan von Néstor Lorenzo steht, die Mannschaft ist fit, die Stadt Barranquilla schon im Party-Modus. Aber der eigentliche Test beginnt erst, wenn der Ball in Guadalajara rollt – und wenn ein kopfballstarker Verteidiger mit Premier-League-Adresse plötzlich vor dem eigenen Tor auftaucht. Kongo hat nichts zu verlieren, Colombia alles. Die Gruppe der rauen Bretter ist komplett – und sie verspricht Drama bis zur letzten Sekunde.
