Kompany und vinicius: eine umarmung, die für aufsehen sorgt

München tobte nach dem Viertelfinal-Hinspiel zwischen Bayern und Real Madrid – nicht nur wegen des knappen 2:1-Sieges der Roten, sondern auch wegen einer überraschenden Szene am Spielfeldrand. Vincent Kompany, der Coach der Bayern, und Real-Star Vinicius Junior tauschten vor Wiederaufnahme der zweiten Halbzeit eine herzliche Umarmung aus. Eine Geste, die im Fußballgeschäft selten ist und viele Fragen aufwirft.

Die unerwartete geste der solidarität

Die unerwartete geste der solidarität

Die Szene ereignete sich kurz vor dem Anpfiff der zweiten Halbzeit, als Vinicius Junior sichtlich angespannt am Spielfeldrand umherging. Kompany, der die Partie von der Bank aus verfolgte, verließ seinen Platz und umarmte den brasilianischen Nationalspieler. Eine Umarmung, die mehr als nur sportliche Höflichkeit zu sein scheint.

Im anschließenden Interview bei Amazon Prime äußerte sich Kompany zur Begegnung: „Das ist das erste Mal, dass ich ihn getroffen habe“, sagte der Belgier. Doch seine Worte gingen weit über eine bloße Feststellung hinaus. Er betonte: „Vini muss bleiben, wie er ist. Er hat meine totale Unterstützung. Egal, ob es ein gegnerischer Spieler ist, oder nicht.“

Ein Zeichen gegen Rassismus Die Geste unterstreicht Kompanys klare Haltung im Kampf gegen Rassismus. Mitte Februar hatte der Bayern-Trainer bereits in einem emotionalen Monolog von fast elf Minuten auf einer Pressekonferenz das Thema Rassismus thematisiert, nachdem Vinicius Jr. im Champions-League-Spiel gegen Benfica Lissabon rassistisch beleidigt worden war. Die Unterstützung durch Kompany ist ein wichtiges Zeichen der Solidarität mit dem brasilianischen Spieler.

Vinicius Junior ist in der Fußballwelt eine Reizfigur, nicht zuletzt aufgrund seiner Leistungen auf dem Platz und seiner offenen Haltung gegen Diskriminierung. Kompany verdeutlichte zudem: „Man braucht die Spieler, die mal anders sind. Wir genießen die Erfolge dieser Spieler. Das war so bei Franck Ribéry bei Bayern. Man darf da eine Meinung haben, aber man darf nicht über eine Grenze gehen.“ Seiner Aussage zufolge steht der Respekt vor dem sportlichen Können Vinicius Juniors über allem, selbst wenn er auf dem Spielfeld ein Gegner ist.

Die Bayern müssen nun im Rückspiel in München die knappe Führung aus dem Hinspiel verteidigen. Ob Vinicius Junior allzu viel Aufregung stiften wird, bleibt abzuwarten. Doch eines ist klar: Kompanys Umarmung und seine Worte zeigen, dass der Kampf gegen Rassismus und die Wertschätzung für außergewöhnliche Persönlichkeiten im Fußball höchste Priorität haben.