Kompany kritisiert schiedsrichterentscheidungen im bayern-duell
München – Die Halbfinal-Partie zwischen Bayern und PSG wird noch lange in den Köpfen der Fußballfans nachhallen. Nicht nur das Ergebnis (4:5) war spektakulär, sondern auch die umstrittenen Schiedsrichterentscheidungen, die nun auch Vincent Kompany auf den Plan gerufen haben. Der ehemalige Wolfsburger Coach, der aufgrund einer Gelb-Sperre das Spiel von der Tribüne aus verfolgen musste, hält zwei PSG-Tore für irregulär – und das wirft einen langen Schatten auf das Rückspiel.
Die strittigen elfmeter: ein eingriff aus spanien?
Kompany, bekannt für seine taktische Schärfe, ließ seiner Kritik auf CBS Sports freien Lauf. „Zwei der Tore in der ersten Hälfte sind ein Elfmeter und eine Ecke“, konstatierte er. Sein Hauptanliegen galt dem Handelfmeter, den Sandro Schärer kurz vor dem Halbzeitpfiff nach VAR-Eingriff gegen Alphonso Davies gab. Die Bilder zeigten, wie der Ball erst an die Hüfte und dann an den Arm des Bayern-Verteidigers prallte. „Der Elfmeter ist kein Elfmeter, meiner Meinung nach. Er geht vom Körper zur Hand, außer die Regeln sind anders…“
Doch Kompany blieb nicht dabei. Er betonte, dass der Ball zunächst den Körper getroffen habe und dann erst den Arm. „Wenn das der Fall ist, dann ist es kein Elfmeter.“ Die Möglichkeit, dass die Entscheidung von einem spanischen Einfluss im VAR beeinflusst wurde, ließ er ebenfalls nicht unerwähnt. Graham Scott, ein ehemaliger Premier League-Schiedsrichter, bestätigte diese Vermutung: „Eine wirklich ärmliche Entscheidung.“

Eckball-tor: war das überhaupt ein eckball?
Auch beim 1:2 für PSG äußerte sich Kompany kritisch. Das Tor fiel nach einem Eckball, den er nicht anerkannte. „Und die Ecke: Der Ball geht durch die Beine, natürlich muss man es besser verteidigen, aber niemand berührt den Ball, es ist also nicht einmal eine Ecke.“ Ein klarer Fingerzeig an die Schiedsrichter, die offenbar die Situation falsch interpretiert hatten.
Die Kritik an den Schiedsrichterleistungen kam nicht von ungefähr. Schon während der Halbzeitpause hatten die ehemaligen Spieler Christoph Kramer und Mats Hummels ihre Bedenken geäußert, später reihte sich auch Dietmar Hamann bei Sky ein. Hamann warf dem Schiedsrichter vor, „fünf Meter daneben“ zu stehen und betonte, dass ein Handspiel in dieser Form in England niemals gepfiffen worden wäre.
Die Diskussionen zeigen, wie eng die Entscheidungsschwelle bei Handspiel-Situationen geworden ist und wie stark die Schiedsrichter von VAR-Eingriffen beeinflusst werden können. Ob diese Fehlentscheidungen das Rückspiel maßgeblich beeinflussen werden, bleibt abzuwarten. Die Bayern stehen vor einer enormen Herausforderung, müssen aber nun ohne die Last der umstrittenen Schiedsrichterentscheidungen auf dem Platz bestehen.
