Kompany jubelt und flucht: drei bayern-stars fallen nach 6:1-gala in bergamo aus
Ein Fest mit Tränen: Während Bayern München in Bergamo eine Demontage zum 6:1 feierte, verabschiedeten sich drei Akteure unter Schmerzen – und womöglich für länger. Alphonso Davies weinte, Jamal Musiala humpelte, Jonas Urbig lag im CT. Die Nacht begann mit Applaus und endete mit Krankenhausflur.
Davies' tränen, urbigs kopf – die bilder, die nachhallen
26 Minuten war Davies auf dem Feld, als er plötzlich stehen blieb, sich die Oberschenkelrückseite griff und die Hände vors Gesicht schlug. Schon wieder derselbe Muskel, schon wieder dieselbe Seite. Die Kamera zoomte auf Vincent Kompany, der sich im Strahlregen der Flutlichter die Augen rieb – nicht wegen des Regens. „Er war fix und fertig“, berichtete Joshua Kimmich später. „Wir haben ihn in der Kabine gefunden, er konnte kaum sprechen.“
Jonas Urbig bekam sein Debüt im Champions-League-Achtelfinale und erlebte eine letzte Aktion, die ihn ins Krankenhaus katapultierte. Kristovics Knie traf seine Schläfe, Urbig brach zusammen, die Teamärzte warteten mit Sauerstoff. Max Eberl: „Er war benebelt, hat gezittert.“ Direkt im Anschluss CT, Gehirnerschütterungsverdacht. Die Diagnose steht noch aus, der Schock sitzt tief. Ohne Neuer, nun vielleicht auch ohne Urbig – die Torhüterkiste ist leer.

Musiala taumelt – der dritte streich
Jamal Musiala war erst sieben Monate nach Wadenbeinbruch und Bänderriss zurückgekehrt. Als er zum 6:0 traf, hob er ab – 60 Sekunden später ging er auf Zehenspitzen. Kompany zog ihn sofort, um Schlimmeres zu verhindern. Eberl beruhigte: „Nur Steifheit, kein Riss.“ Trotzdem blieb Musiala im Hotel, das Mannschaftsbus-Fenster zugezogen. Die Verbindung zwischen Leistung und Verletzung ist bei ihm momentan ein Seil mit Knoten.

Leverkusen droht, das nachspiel beginnt
Samstag, 15.30 Uhr, BayArena. Wenn Davies und Urbig ausfallen, steht Sven Ulreich (37) zwischen den Pfosten, links verteidigt womöglich ein Rechtsfuß. Die personelle Schieflage trifft den Klub, der zuletzt 13 Pflichtspiele siegreich bestritt. Der Gegner heißt Bayer Leverkusen, Tabellenführer, ungeschlagen. Die Analysevideos laufen bereits, doch Kompany muss erst einmal die Aufstellungskarte neu malen.
Die Nacht in Bergamo endete gegen 1 Uhr. Davies trat heraus, machte Selfies, lachte gequält. „Phonzy, wir haben heute alle mit dir gefühlt“, rief Jan-Christian Dreesen. Es klang wie ein Gelöbnis – und wie ein Drohszenario für die Wochen bis zum Rückspiel. Die Bayern jubeln, aber sie zittern noch mehr.
