Kölner haie jagen den mythos: nur zwei mal in fünf jahren traf das del-orakel

Die Kölner Haie starten als Tabellenprimus in die Play-offs – und das ist kein Garant für den Titel. Die Eisbären Berlin holten 2024 und 2025 die Meisterschaft vom zweiten Platz, zuvor gewann nur zweimal in fünf Jahren der Hauptrunden-Sieger den Silberpokal. Die Statistik lacht nicht mit den Haifisch-Fraktionen, sie lacht über sie.

Die 44-jahres-lüge der tabelle

Seit 1981 endete nur in 20 von 44 Finalserien der Triumph des regulären Rundensiegers. Elf Mal krönte sich der Zweite, 13 Mal ein noch schlechter platziertes Team. Rosenheim (1982/Platz 5), Köln selbst (1995 & 2002/jeweils Sechster), Ingolstadt (2014/Neunter) – die Liste der Spätstarter liest sich wie ein Krimi mit offenem Ende. Die Devise: Erst die Play-offs schreiben die Wahrheit.

Die Eisbären perfektionierten das Spiel mit dem Feuer. 2011, 2013, 2021 und 2024 stürmten sie von Rang drei oder vier zum Titel. Ihre Geschlossenheit in Best-of-Five- und Best-of-Seven-Serien macht sie zur Konstante jenseits der Hauptrunde. Trainer Serge Aubin formulierte es einmal so: „Wir bauen keine Tabelle, wir bauen Momente.“

Köln hat die heimvorteils-illusion zu verlieren

Köln hat die heimvorteils-illusion zu verlieren

Längst wissen die Haie, dass Heimrecht nur warme Bierpreise garantiert. 2025 schlugen die Eisbären im Viertelfinale mit drei 7:0-Kantern nacheinander zu – auswärts. Die Haie-Defensive kollabierte vor eigenem Publikum wie ein Kartenhaus im Sturm. Die Lösung? Trainer Jason Jaspers setzt auf Rotationstempo und Bully-Geheimnisse. Sein Ass: Top-Scorer Cody Lampl, diesmal mit Center-Lizenz und Frustrationspotential.

Die nächsten zwei Wochen entscheiden, ob die Haie endlich das Orakel entzaubern oder ob wieder ein Underdog den Pokel in die Kurve wirft. Die Wette steht: 56 Prozent der Fans glauben laut ARD-Sportbarometer an einen Außenseiter-Sieg. Die Saison ist jung, die Tabelle gelogen – und die Scheibe rund.