Eisbären ziehen den turbo: hattrick-jagd startet mit offenem visier
5:1 in München, sechster Platz gerettet, Playoffs direkt – die Eisbären Berlin haben am letzten Hauptrunden-Spieltag den Turbo gezogen und ihre ganz eigene Lawine losgetreten. Andreas Eder traf dreifach, lachte nach dem Schlusssirene, sprach dann ein Satz, der im Ohr bleibt: „Unser Ziel Meisterschaft stand fest, egal, wie viele Verletzte wir hatten.“
Die wende nach der bremerhaven-blamage
Vor zwei Wochen noch saß der Titelverteidiger in der Schmollecke. 0:2 daheim gegen die Fischtown Pinguins, vier Punkte Rückstand, die Saison schien gekippt. Dann rissen die Karten. Fünf Spiele, fünf Siege, 23:4 Tore. Serge Aubin stemmte die Hände in die Hüften, blickte auf die Anzeigetafel und wusste: „Wenn wir so verteidigen wie seit der Olympia-Pause, sind wir schwer zu kriegen.“
Die Zahle lautet: 16 Punkte holten die Tigers aus Straubing mehr in der Hauptrunde. Doch Zahlen interessieren Berliner in Playoff-Zeiten nur am Rande. Kai Wissmann, Olympia-Verteidiger, zupfte das Tape von seinen Handgelenken: „Wir wissen, dass es schwer wird. Wir wissen auch, dass wir bereit sind.“

Stadtlohn statt kurzurlaub
Während andere Klubs in dieser Woche den Akku laden, schraubt Berlin den Gürtel enger. Kein Freifahrtschein, sondern ein Freifall ins Viertelfinale. Der Bonus: kein Pre-Playoff-Stress, dafür zwei zusätzliche Trainingseinheiten, die Aubin schon in den Kalender gepinselt hat. „Wir nutzen die Tage, um die Schlittschuhe noch einmal neu zu schnüren“, sagt er mit diesem trockenen Kanadier-Humor, der in der Kabine ankommt wie ein Schluck heißer Kaffee.
Los geht’s am 24. März in der Stadthalle Straubing. Die Tigers haben die Berliner in der Hauptrunde zweimal besiegt, das letzte Duell ging 4:1. Vergessen. „Playoffs sind ein neues Blatt“, murmelt Eder, während er die drei Pucke in seine Tasche stopft – Erinnerungsstücke an den Hattrick, der ihm selbst die Show stahl.
Der mythos lebt
Zweimal in Folge holten die Eisbären den Silberpokal, diesmal wollen sie ihn endgültig ummodeln. Die Umkleidekabine riecht noch nach Sieg und Schweiß, doch der Blick richtet sich nach vorn. Aubin schließt die Tür, dreht das Licht ab, sagt noch: „Der Cup wartet, wir auch.“
Die Jagd nach dem Hattrick beginnt – mit offenem Visier und ohne Sicherheitsnetz.
