Köln wirft kwasniok raus und setzt auf wagner – ein poker im abstiegskampf

Der 1. FC Köln hat Lukas Kwasniok nach dem 3:3 gegen Gladbach entlassen und Co-Trainer René Wagner zum Chef befördert. Die Entscheidung ist ein Wettlauf gegen den Abstieg – und ein Blick zurück auf bessere Zeiten.

Wagner kennt den fc, aber die bundesliga ist kein college

Der 37-Jährige ist kein Unbekannter in Müngersdorf. Er war schon 2021 Co-Trainer, als Steffen Baumgart den FC vom Tabellenende in die Europa League führte. Jetzt soll er das Kunststück wiederholen – allerdings ohne Baumgart an seiner Seite. Stattdessen bekommt er Armin Reutershahn an die Seite gestellt, einen Mann, der in der Liga schon fast so viele Trainer-Posten hatte wie Wagner Spielminuten in der 2. Bundesliga.

Die Rechnung der Kölner ist simpel: Wagner kennt die Mannschaft, die Mannschaft kennt Wagner. Kein Neuanfang, kein Umbruch, keine Zeit. Nach 27 Spieltagen steht Köln nur zwei Punkte über dem Relegationsplatz. Die Länderspielpause ist der letzte Atemzug vor dem Endspurt.

Die kwasniok-episode endet mit einem debütanten auf der abseite

Die kwasniok-episode endet mit einem debütanten auf der abseite

Kwasnioks letzte Aufstellung war ein Symbol für seine Unsicherheit. Cenny Neumann, 19, rechts in der Viererkette – und nach dem 0:1 schon sichtbar verloren. Der Trainer wechselte sich selbst aus der Favoritenrolle, indem er seine Stammkräfte wie Maina, Waldschmidt oder Krauß rotieren ließ. Die Folge: Kaum Rhythmus, kaum Punkte, kein Vertrauen mehr.

Die Frage ist nicht, ob Kwasniok Fehler machte – die Frage ist, warum Köln so lange wartete. Die Antwort liegt in der Sommerplanung. Wagner war kein Zufall, er war ein Sicherheitsnetz. Die Rückholung des damaligen Co-Trainers parallel zur Verpflichtung eines Zweitliga-Coaches war ein Hintertürchen, das jetzt aufstößt.

Funkel lauert, toppmöller lehnte ab – und wagner hat sieben wochenduelle

Funkel lauert, toppmöller lehnte ab – und wagner hat sieben wochenduelle

Dino Toppmöller sagte ab, Friedhelm Funkel wartet im Off. Die Fans wetten schon, wann der 71-Jährige wieder einrückt. Doch zunächst ist Wagner an der Reihe – mit einem Programm, das an Folter erinnert: Frankfurt auswärts, dann Bremen und St. Pauli, zwei direkte Konkurrenten. Wer dort punktet, kann bleiben. Wer stolpert, löst das nächste Erdbeben aus.

Die Kölner haben sich für Kontinuität entschieden, obwohl die Saison schon wie ein offener Wundbrand aussieht. Wagner muss jetzt beweisen, dass ein Co-Trainer mehr sein kann als ein Assistent mit besserer Parkplatznummer. Die Bundesliga ist kein College in Florida – und der Abstieg keine Semesterferien.