Köln versenkt sich im mittelfeldchaos – nur zwei siege seit januar
Der 1. FC Köln spielt sich selbst in die 2. Liga. Elf Spiele, 13 Tore, zwei Siege – die Zahlen sind das Protokoll eines Aufsteigers, der schon wieder absteigt. Die Offensive stolpert über eigene Ideenlosigkeit, das Mittelfeld wirkt wie ein offenes Tor, und die Tabelle lügt nicht: Platz 16, ein Punkt vor dem Abstiegsrang.
Ballbesitz ohne biss
Die Geißböcke hatten in Hamburg 63 Prozent Ballbesetzung, schossen zweimal aufs Tor. Ein Kopfball von Eric Martel in der Nachspielzeit war die einzigeSzene nach dem Ausgleich. Die Statistik seit Januar liest sich wie ein Horrorfilm: nur drei klare Torchancen gegen Augsburg, drei gegen Hoffenheim – und das bei Gegnern, die selbst mit Abstiegsangst kämpfen. Lukas Kwasniok wechselt, rotiert, verrückt Jakub Kaminski vom Flügel in die Sechser-Position. Ergebnis: noch mehr Ratlosigkeit.
Die Abhängigkeit von Einzelaktionen ist längst Programm. Said El Mala trifft per Fallrückzieher, Jakob Kaminski reist solo durch Dortmund – und sonst? Statt Kombinationen fliegt der lange Ball auf Ragnar Ache, der allein gegen drei Innenverteidiger kämpft. Die zentrale Lücke dahinter bleibt. Mit je einem Tor und zwei Vorlagen führen Eric Martel und Isak Johannesson die interne Mittelfeld-Scorerliste an – das sagt alles über Kreativarmut.

Chávez wird zur zitterrolle
Felipe Chávez, im Winter von Bayern München geliehen, sollte die Lücke füllen. Bisher kam der 21-Jährige auf 112 Minuten, reiner Notnagel. Am Sonntag wartet das Rhein-Duell gegen Gladbach, die letzte echte Chance, vor dem 34. Spieltag noch Luft zu holen. Verliert Köln, rückt der Abstieg in greifbare Nähe. Die Mannschaft weiß: Tiki-Taka ist Makulatur, wenn keiner den Ball ins Tor trägt. Die Zeit läuft ab – und mit ihr die Geduld der Anhängerschaft, die schon wieder 2016 denkt.
