Kohfeldt zieht bilanz: darmstadt findet wege, auch wenn der flow fehlt

Der SV Darmstadt 98 spielt 1:1 beim Tabellenletzten aus Magdeburg – und Florian Kohfeldt sagt hinterher, dass sein Team „nicht im Flow“ war. Genau das macht die Lilien in dieser Saison so gefährlich: Sie punkten, selbst wenn sie schwach sind.

Die lilien laufen lange hinterher

60 Minuten lang war Darmstadt in der MDCC-Arena nur Statist. Magdeburg drückte, zwang die Gäste in tiefe Räume, erspielte sich klare Chancen. Dann kam das 0:1 durch ein Eigentor von Fabian Nürnberger – ein Schock, aber kein Zufall. Die Hausherren hatten das Spiel längst verdient.

Doch die Lilien brechen nicht. Sie haben das in dieser Spielzeit zur Marke gemacht. Nur in Dresden klappte es nicht, ansonsten holen sie selbst aus schwarzen Abenden noch Licht. Nürnberger traf kurz nach seinem Eigentor zum Ausgleich, 20 Meter, platziert, kalte Wut. „Sonst hätte ich am Eigentor ganz schön dran zu knabbern gehabt“, sagte er, und man merkt ihm die Erleichterung an.

Resilienz statt rückschlag

Resilienz statt rückschlag

Kohfeldt spricht von „Resilienz“. Das klingt nach Management-Seminar, ist aber der Kern der Aufstiegsrechnung. Darmstadt kassiert nicht das zweite, dritte Tor. Die Abwehr stabilisiert sich, die Mitte dichtet zu, Magdeburg verflacht. Am Ende steht ein Punkt, der wie ein Sieg wirkt.

Die Konkurrenz hilft. Elversberg verliert in Fürth, Paderborn remisst in Bielefeld. Darmstadt bleibt Zweiter, zwei Punkte vor Schalke – und genau die kommen am nächsten Sonntag ins Böllenfalltor. Das Spitzenspiel der Liga, das erste Aufstiegs-Duell der Saison.

Kohfeldt weiß: So ein 1:1 in Magdeburg kann im Mai goldene Bedeutung haben. Denn seine Mannschaft findet Wege, auch wenn der Flow mal fehlt. Das ist kein Zufall – das ist der Plan.