Koch: eintracht kämpfte – wolfsburg-gras entscheidend?

Wolfsburg – Ein Sieg, der nach Schweinwerfern und Konfetti schreit, doch der schmeckt im Nachgang bitter-saurem Nachhall. Die Eintracht hat den VfL Wolfsburg mit 2:1 bezwungen, aber die Art und Weise, wie das Spiel in der zweiten Halbzeit abgetrieben wurde, lässt mehr als nur Fragen offen. Kapitän Robin Koch lobte zwar den Kampfgeist seiner Mannschaft, doch die Diskrepanz zwischen den beiden Spielabschnitten ist alarmierend.

Ein grashalm, der über sieg oder niederlage entscheiden könnte

Ein grashalm, der über sieg oder niederlage entscheiden könnte

Bereits in der elften Minute hätte Wolfsburg die Führung erzielen können. Ein Patzer von Schlussmann Zetterer, begünstigt durch einen glitschigen Rasen – dessen Bewässerung wohl etwas zu enthusiastisch war – ermöglichte Patrick Wimmer eine verfehlte Torchance. Ein Moment, der das Spiel hätte wenden können. Kochs Kommentar danach: „Wir wollten unbedingt drei Punkte mitnehmen, das war das große Ziel, und das haben wir geschafft.“ Ob er das bei einem frühen Rückstand genauso enthusiastisch geäußert hätte, bleibt Spekulation.

Die erste Halbzeit gehörte unzweifelhaft der Eintracht. Kalimuendo und Höjlund zeigten ihr Können, während Riera taktisch flexibel reagierte und Amaimouni als frischen Wind einbrachte. „In der ersten Hälfte haben wir alles kontrolliert“, bestätigte Riera. Doch diese Kontrolle verflüchtigte sich nach der Pause spurlos.

Die zweite Halbzeit: Ein Abgesang auf die Eintracht?

Die Eintracht agierte nach dem Seitenwechsel wie gelähmt. Die Mittelfeldkontrolle war dahin, die Zweikämpfe wurden verloren, und die Konterchancen vertane. Wolfsburg, das zuvor kaum Chancen gesehen hatte, drückte und hätte auszeichnen müssen. Nur der katastrophale Torabschluss der Wölfe verhinderte eine dramatische Wende. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: 22 Torschüsse für Wolfsburg, ein Expected-Goals-Wert von 2,16 gegen lediglich 6 Torschüsse der Eintracht. Kochs Einschätzung: „Heute haben wir gewonnen, aber nicht alles ist perfekt. In der zweiten Hälfte sind wir alle abgefallen.“

Die Suche nach der Balance muss weitergehen. Eintracht-Trainer Riera hatte bereits vor dem Spiel gefordert: „Wir müssen das Spiel besser kontrollieren, ruhiger spielen, besser wissen, wann wir Pausen machen, wann wir es beschleunigen.“ Die Mannschaft muss lernen, ihre Führung zu sichern und nicht das Spiel aus der Hand zu geben. Nur so wird es möglich sein, die Ambitionen in Richtung Europa zu verwirklichen. Die Frage, ob der Rasen in Wolfsburg nicht doch eine entscheidende Rolle gespielt hat, bleibt unbeantwortet. Aber eines ist klar: Dieses Spiel sollte eine Weckrufer für die Eintracht sein.