Knorr wirft deutschland zum sieg: 41 tore gegen ägypten – wm-generalprobe bestanden
300 Tage vor der Heim-WM zündeten Deutschlands Handballer ein Feuerwerk, das selbst der afrikanische Meister nicht löschte. Mit 41:38 schlug der frische EM-Vizeweltmeister Ägypten in Dortmund – und ließ dabei eine Offensive aufblitzen, die im Januar ganz Europa gefährden kann.
Juri knorr spielt sich in wm-form
Der 23-Jährige war nicht einfach gut, er war schlicht unerreichbar. Neun Treffer, drei Assists, zwei Kreuzstufen, die den ägyptischen Rückraum wie Bowlingkugeln umwarfen. Nach der Pause legte er binnen fünf Minuten einen 5:0-Lauf hin, der die 10 732 Fans in der Westfalenhalle zum Toben brachte. „Wir haben Tempo gemacht, aber mit Hirn“, sagte Knorr, noch ehe er in die Kabine verschwand – ohne Schweiß, ohne Eile, als hätte er gerade ein Training absolviert.
Doch das Spiel war kein Spaziergang. Ägypten kam mit dem Impuls eines WM-Viertelfinalisten, traf aus dem Rückraum wie am Fließband und lag zwischenzeitlich nur 18:21. David Späth, der für den geschonten Andreas Wolff im Kasten stand, kassierte in der ersten Halbette 18 Gegentore – zu viel für Alfred Gislason, der mit verschränkten Armen an der Linie stand und nur selten seinen Blick abwandte. „Wir wollten testen, wo wir stehen – jetzt wissen wir, dass wir vor allem hinten noch arbeiten müssen“, sagte der Isländer, dessen Vertrag bis 2027 läuft und der diesen Abend wie eine Generalprobe inszenierte.

Silbermedaille wird mit party veredelt
Kurz nach dem Schlusspfiff verwandelte sich die Halle in eine Open-Air-Bühne. Die Band GroßstadtEngel spielte „Gute Laune“, die Spieler bekamen ihre EM-Silbermedaillen umgehängt – und plötzlich war der Test nur noch Nebensache. Kapitän Johannes Golla nahm das Mikro, rief in die Runde: „Das hier ist unser Zuhause, und hier wollen wir im Januar Geschichte schreiben.“ Die Fans antworteten mit einem Chor, der bis in die U-Bahnstation zu hören war.
Am Sonntag geht die Probefahrt weiter: Bremen, 15.30 Uhr, gleicher Gegner. Für Gislason ist klar: „Wenn wir 41 Tore werfen, aber 38 kassieren, wird das gegen Frankreich oder Dänemark nicht reichen.“ Die Lösung? „Noch schneller umschalten, noch aggressiver nach vorne – und hinten endlich die Lücken zumachen.“
Die Botschaft an den Rest der Welt ist eindeutig: Deutschland hat seinen nächsten Angriff bereits geladen. Und er wird laut.
