41:38 Gegen ägypten: dhb-team zündet 300 tage vor heim-wm das turbo-feuerwerk
Christian Schneider, Dortmund – Die Westfalenhalle bebte, die Zahlen glühten: 41:38 war’s am Ende, ein Handball-Krimi mit deutschem Happy End. Genau 300 Tage vor dem ersten Anwurf der Heim-WM lieferte Alfred Gislasons Mannschaft gegen Afrikameister Ägypten den Beweis, dass die EM-Silbermedaille kein Zufall war. Juri Knorr trat in die Fußstapfen von Ze Roberto und Stefan Kretzschmar: neun Tore, vier Assists, ein Lächeln, das selbst die letzte Reihe erreichte.
Kurz und schmerzlos: die erste halbzeit
Die Ägypter kamen mit Hantelgewicht in den Oberarmen und erzielten ihre ersten fünf Treffer ausschließlich aus dem Rückraum. Deutschland antwortete mit Tempogegenstoß, David Späth parierte, und plötzlich lagen die Gastgeber 10:7 vor. „18 Gegentore sind zu viel“, murrte Miro Schluroff in der Kabine – eine Ansage, die nach der Pause fast prophetisch wurde.
Denn was folgte, war ein Offensivorkan. Knorr traf fünfmal in Serie, Johannes Golla schnürte das 30. Tor bereits in der 41. Minute, Tim Freihöfer erhöhte auf 32:26. Lasse Ludwig feierte sein Länderspieldebüt im Tor und hielt sofort einen Siebenmeter. Das Publikum schälte sich aus den Jacken, die Band GroßstadtEngel wartete bereits im Park, um die Silberhelden zu ehren.

Ägyptens comeback und der knorr-schock
Doch der Afrikameister gab nicht auf. Beim 37:38 (59.) schien der Drops gelutscht. Knorr nahm die Kugel, zog durch die Mitte, netzte zum 39:37 – und der Hallenkoloss atmete tief durch. Am Sonntag geht’s in Bremen weiter, doch schon jetzt ist klar: Gislason hat eine Truppe, die nicht nur Tore schießt, sondern auch Nerven.
Der Isländer steht vor der Vertragsverlängerung bis 2027. Nach diesem Spektakel dürfte die Entscheidung nur noch Formsache sein. 300 Tage sind eine halbe Ewigkeit im Sport – aber wenn das Tempo so bleibt, kann die WM kommen. Deutschland ist laut.
