Knie-flop! tus metzingen verliert cholevova vor dem schwabenderby

Die TuS Metzingen rast in die Endphase der Handball-Bundesliga – und muss genau jetzt auf ihre tschechische Rückraum-Kanoniere Charlotte Cholevova verzichten. Innenband-Problem, zwei bis drei Wochen Pause, Derby gegen Frisch Auf Göppingen am Sonntag. Saison-Aus? Noch nicht. Aber ein Schock.

Miriam hirsch hat schon umgestellt

Miriam hirsch hat schon umgestellt

Trainerin Miriam Hirsch hatte die Nachricht am Montag in der Hand: MRT-Auswertung, Befund, Gesichtszüge im Zoom. Dann ging es ans Umplanen. Naina Klein steht bereit – 52 Tore in dieser Saison, Wurfarm immer heiß. Carolin Hübner und Santina Sabatnig kommen links dazu, jede mit eigenem Profil. „Ganz unterschiedliche individuelle Stärken“, sagt Hirsch und wirkt dabei so entspannt, wie man es vor einem Derby eben nur wirken kann.

Cholevova war gerade mal wieder im Kader, in Neckarsulm saß sie auf der Bank, jetzt schon wieder auf der Reha-Matte. Die Zahl 60 steht in der internen Torjäger-Statistik – Platz fünf. Dahinter lauert Sabrina Tröster mit 61, vorne weg schießen Selina Lindemann (96) und Gabriela Bitolo (91). Der Abstand ist kein Abgrund, aber er schmerzt. Dreimal fehlte die Tschechin schon, viermal soll es werden. Die Saison hat nur noch sechs Spieltage.

Göppingen kommt mit Tempo, Kreuz-Bewegungen, Kreis-Kooperationen – das weiß jede, die das Team von Roland Kämpf gesehen hat. „Sie kämpfen um jeden Zentimeter“, sagt Hirsch. Und genau da will sie jetzt „geballte Kraft“ entgegensetzen. Was heißt das? Zweikampf-Frequenz hoch, Kreis dichtmachen, Kreisläuferin Svenja Hübner als Abwehrchefin in der Mitte. Die 66 Tore der Hübner sind kein Zufall – sie spielt sich in diese Rolle hinein.

Die Fans in der Römersteinhalle werden am Sonntag wieder Platz nehmen, 3.000 Stimmen, ein Großteil schwarz-weiß. Cholevova fehlt, aber die Staffel läuft weiter. Wer jetzt denkt, Metzingen sei geschwächt, unterschätzt Klein, unterschätzt den Zusammenhalt. Die Tabelle sagt: Platz vier, zwei Punkte vor Göppingen. Direktes Duell, Saison-DNA. Die Niederlage in Bensheim steckt noch in den Knochen, jetzt wollen sie den Gegner nach vorne drücken und selbst Tempo machen.

Die Uhr tickt. Cholevova rehnt, der Ball rollt. Und wenn die Halle am Sonntag kocht, steht eine Mannschaft bereit, die schon ohne ihre fünfte Torjägerin gewinnen kann. Die Frage ist nicht, ob sie es schafft – sondern wie deutlich sie es zeigt.