Barcelona wird zur kampfmaschine: wow 28 schickt sintes vor die ufc-tür

Am Samstag wird Badalona zum Hexenkessel. WOW FC, die Show, die sonst nur Las-Vegas-Licht spuckt, wirft erstmals ihre Netze über Barcelona – und zieht mit Fabià Sintes einen Spanen, der die UFC schon vor der Tür steht. 10 Siege, 3 Niederlagen, ein Gürtel und ein deutscher Herausforderer, der ihn aus dem Weg räumen soll: Abdul Karim Badakhshi. Das ist kein Fight-Night-Ausflug, das ist ein Casting in 5-Minuten-Runden.

Die inselkralle will aufs festland

Sintes trägt den Spitznamen „El Potro“, aber auf den Balearen nennen sie ihn schlicht: den Ticketverkäufer. Seine erste Titelverteidigung in Vitoria war nach 78 Sekunden vorbei, die zweite wird länger. Badakhshi, 9-3, kampiert bei der German Top Team-Factory und flog mit demselben Nachtflieger wie die WOW-Crew. Er kennt das Script: Entweder er zerstört den Liebling vor dessen Heimkulisse oder er wird zur Fußnote in Sintes’ UFC-Bewerbung.

Der Galopp geht weiter. Neben dem Hauptkampf platzt das Sakko vor internationalen Namen. Zebenzui Ruiz, einst PFL-Featherweight, kehrt nach einem Kreuzbanddrama zurück – und gleich gegen Apollo Gomes, einen Brasilianer, der seine letzten drei Gegner vor Zeitablauf schlafen legte. Wer hier gewinnt, steht in der Shortlist für den nächsten Titelshot. Keine Versprechungen, nur ein Fakt auf Papier.

Ein argentinier mit ecuadorianischem schatten

Ein argentinier mit ecuadorianischem schatten

Daniil Prikaza bringt 17-8-2 mit, liest sich wie ein Moskauer Krimi. Gegen ihn: Adrián Oviedo, 8-4, aus Buenos Aires, aber mit Star-Power in der Ecke. Michael Morales, 15-0 in der UFC, flog extra ein, um seinen Landsmann zu cornern. Morales jagt selbst Makhachevs Gürtel – wenn er in Badalona Zeit investiert, dann nur, weil er glaubt, dass Oviedo den Russen erledigt und damit das Ranking aufmischt. Ein Schachzug, der am Samstagabend Fernsehbilder liefert.

Andrea Meneses tritt gegen Claire Lopez an, zwei Atomweights, die beide wissen: Ein Sieg hier zählt doppelt, weil WOW-Chef Rubén Durán Frauen vor allem dann pusht, wenn sie vorher Männer blutig gemacht haben. Unter den Pros debütiert Dimitri Barkaia, ein Georgier mit Kickbox-Vergangenheit, gegen Charlie Hatton – ein Amateurstar, der nach einem Jahr Pause endlich Profi-Luft schnuppern darf.

Die academy liefert die rohdiamanten

Die academy liefert die rohdiamanten

Vor der Hauptkarte rollt die WOW Academy. Oliver Buendía gegen Destiny Osarumwense ist kein Namegenerator-Fehler, sondern ein Duell von zwei 19-Jährigen, die ihre Instagram-Follower in Schweiß treiben. Deivid Santana, brasilianischer Jiu-Jitsu-Wunderkind, kampft leichtgewichtig gegen Freddy Villena – sein letzter Amateurfight, bevor er den Profi-Vertrag unterschreibt, der schon unters Kissen liegt.

Movistar+ schaltet live um 21:00 Uhr ein, aber die echte Währung ist die Arena selbst. 4.800 Plätze, bereits 87 % weg. Wer ringside sitzt, spürt den Druck der UFC-Scouts, die hinter der Bande mit schwarzen Notizbüchern wedeln. Für Sintes ist das kein Geheimnis: Er muss gewinnen – und gewinnen spektakulär. Ein Punktsieg lohnt sich nicht mal für die Taxifahrt zum Flughafen.

Am Ende zählt nur ein Satz auf Katalanisch: „Si guanyo, volo a Vegas.“ Gewinne ich, fliege ich nach Vegas. Die Maschine steht schon bereit, Treibstoff ist getankt. Badalona liefert das Feuer.