Kniat verliert die nerven – und die karten gegen bochum!

Chaos auf der Bielefelder Alm! Arminia Bielefeld hat nicht nur am Samstag wichtige Punkte im Abstiegskampf verspielt, sondern auch noch ihren Trainer Mitch Kniat verloren – und das in doppelter Hinsicht. Der 40-Jährige sah nach dem Schlusspfiff die Rote Karte und steht nun vor einer Sperre, die den Kampf um den Klassenerhalt zusätzlich erschwert.

Ein foul, zwei perspektiven, eine rote karte

Ein foul, zwei perspektiven, eine rote karte

Das 1:1 gegen Bochum brachte den VfL zwar zum Erreichen der magischen 40-Punkte-Marke und damit so gut wie sicher ins sichere Geschäft, doch bei der Arminia sieht die Lage weiterhin angespannt aus. Nur 36 Zähler sind auf dem Konto, und die Konkurrenz aus Fürth, Magdeburg und Düsseldorf lauert gefährlich dicht hinter den Ostwestfalen. Der Spielverlauf am Samstag tat da noch einmal weh.

Kniat selbst erklärte im Sky-Interview, was zu der Eskalation geführt hatte. „Ich bin zu ihm hingegangen und meine Worte waren wortwörtlich: ‚Ich finde es geisteskrank, dass die letzte Aktion abgepfiffen wird‘. Also nichts über ihn – oder sonst was“, so der Coach. Er betonte, dass er sich nie über jemanden persönlich aufregen würde und seine Kritik sich ausschließlich auf die Szene bezog: „Es ist einfach, wie ich eine Aktion sehe. Ich finde das Foul geisteskrank, ich finde die Aktion geisteskrank.“

Schiedsrichter Tobias Stieler interpretierte die Äußerungen des Bielefelder Trainers jedoch völlig anders. „Er war anschließend nicht bereit, mir die Hand zu geben“, bestätigte Kniat. „Ich wollte ihm danach noch die Hand geben, das wollte er nicht. Er hat zu mir gesagt, ich soll weggehen.“

Der Coach wunderte sich über die Reaktion des Unparteiischen, erinnerte aber auch an eine ähnliche Situation im Hinspiel gegen Bochum: „Ich wurde im Hinspiel vom Schiedsrichter Hampelmann genannt. Wenn ein Schiedsrichter so was zu mir sagen kann, dann kann ich auch zu ihm was sagen – und dann gibt man sich die Hand. Es ist halt mein Umgangston.“ Obwohl er betonte, dass seine Wortwahl keineswegs respektlos gewesen sei, räumte Kniat ein: „Trotzdem darf ich das nicht machen, es ist mein Fehler.“

Die fehlende Geduld des Trainers wird Arminia im kommenden Auswärtsspiel beim 1. FC Kaiserslautern am Freitag fehlen. Eine Sperre ist wahrscheinlich. „Das trifft mich brutal hart“, gab Kniat offen zu. Doch während er die Konsequenzen akzeptiert, sieht er gleichzeitig die Notwendigkeit, mehr Verständnis für die Emotionen im Fußball zu zeigen. „Die Schiris nutzen eine Grauzone für sich, aber eine Grauzone für den Trainer oder die Spieler mal zu erlauben, das gibt's nicht.“