Klopp zerreißt real-gerücht und lacht über dfb-job: „völlig wursst“

Jürgen Klopp sitzt in der MagentaTV-Lounge, ein Kaffee dampft, und die Frage kommt wieder. Bundestrainer? Er lacht, lehnt sich zurück. „Die Debatte ist mir völlig wursst“, sagt er, zieht die Kappe tiefer in die Stirn und lässt den Satz wirken. 58 Jahre, 23 Titel, zwei Klubs zum großen Mal geführt – und trotzdem kreist die Fußballrepublik um dieses eine Wort: Nachfolger.

Nagelsmann sitzt, klopp schweigt – bis heute

Seit Januar steht er beim Energy-Drink-Multi an der globalen Fußballspitze, scoutet, berät, baut Netzwerke. Doch die Kurve führt immer zurück nach Frankfurt, zum DFB-Sitz, wo Julian Nagelsmann gerade mit 36 Jahren das Zepter schwingt. Klopp weiß: Solange er atmet, wird der Ruf nicht leiser. „Besser, die Leute denken, ich könnte es vielleicht, als dass sie denken, ich solle es auf keinen Fall“, sagt er und lacht wieder – diesmal ohne Augenzwinkern.

Real Madrid? Da wird seine Stimme kalt. „Die haben nicht einmal angerufen, nicht ein einziges Mal.“ Kein Interesse, keine Fehlmeldung, nur heiße Luft aus Spanien. Er wischt mit der Hand, als wolle er eine Mücke verscheuchen. „Alles nur Blödsinn.“

Der job, der ihn wirklich reizt, trägt rot und nicht schwarz-rot-gold

Der job, der ihn wirklich reizt, trägt rot und nicht schwarz-rot-gold

Stattdessen plant er Turniere in den USA, Mexiko, Kanada. Dort will er Talente entdecken, Märkte öffnen, das Spiel verändern – nur eben nicht auf der Bank, sondern in der Konzernezentrale. „Ich war mein Berufsleben lang Trainer“, sagt er. „Jetzt darf ich den Sport von oben beeinflussen.“ Kein Trainingsplatzschlamm mehr, dafür Excel-Tabellen und Scoutingserver. Und trotzdem: Die Kameras liegen weiter auf ihn, weil jeder Pass, jede Pressekonferenz des künftigen Bundestrainers mit seinem Namen enden könnte.

Die WM 2026 rückt näher. Nagelsmanns Verläuft 2025, der Vertrag hat keine Klausel für eine vorzeitige Rückkehr. Die Uhr tickt lauter als je zuvor. Klopp aber trinkt seinen Kaffee aus, steht auf, geht zum nächsten Termin. Kein „Ja“, kein „Nein“, nur dieses eine Wort: „Wursst.“ Manchmal ist Schweigen lauter als alle Kandidaturen der Welt.