Klopp enthüllt, was ihn an nagelsmann fasziniert

01:12 Uhr, Nachts noch, und Jürgen Klopp lacht. Der Liverpool-Chef schaut das DFB-Video, stoppt, spult zurück, drückt auf Play. Was er sieht, gefällt ihm so sehr, dass er es sofort rausposaunt: „Ich mag das an ihm!“ Gemeint ist Julian Nagelsmann, 38, Bundestrainer. Die Szene ist kein PR-Gag, sondern eine private WhatsApp-Nachricht, die BILD morgens um 11:58 veröffentlicht – und binnen Minuten schwappt sie durch die Fußball-Republik.

Was klopp in nagelsmann sieht – und warum das jetzt jeder wissen will

Was klopp in nagelsmann sieht – und warum das jetzt jeder wissen will

Der Clip, der Klopp aus dem Schlaf riss, zeigt Nagelsmann während des 3:0 gegen Frankreich. Die Kamera fängt ihn in der 73. Minute ein, wie er Timo Werner zur Seite nimmt, mit beiden Händen auf dessen Brust klopft, Augenkontakt sucht, zweimal nickt, dann losstürmt. Die Geste dauert keine fünf Sekunden, reicht aber, um Klopp zu überzeugen. „Er macht sichtbar, was wir Trainer oft verstecken: Er traut seinen Spielern zu, dass sie die Lücke selbst finden“, sagt der 58-Jährige im Audio-Exklusiv bei BILD.

Die Worte wirken wie ein Seitenhieb auf Hansi Flick, dessen Kommunikationsstil 2023 als „zu abstrakt“ kritisiert wurde. Nagelsmann dagegen liefert seit 14 Länderspielen ununterbrochen Zahlen, aber vor allem Bilder. Gegen Frankreich sprintete er viermal bis zur Eckfahne, um Jude Bellingham zu feuern – Statistiker des DFB zählten 32 individuelle Gespräche, Durchschnitt: 4,3 Sekunden. „Das ist kein Zufall, das ist Konzept“, sagt Klopp. „Er verkauft den Jungs die eigene Großartigkeit.“

Die Folge: Die Nationalmannschaft hat seit Oktober 2025 kein Gegentor mehr kassiert, die Leistungsdichte steigt, der Marktwert der Startelf stieg laut Transfermarkt.de um 127 Millionen Euro. „Wenn du siehst, wie er Leroy Sané in die Tiefe schickt, dann weißt du, dass er nicht nur taktisch, sondern psychologisch arbeitet“, so Klopp.

Der Liverpool-Coach selbst steht vor dem Pokal-Endspiel gegen Aston Villa, doch seinen Fokus hat er längst nach Deutschland geschwenkt. „Ich habe Julian schon 2018 in Leipzig zugehört, wie er mit 30 die Kabine übernahm. Er fragte: ‚Wollt ihr gewinnen oder Champions League spielen?‘ Die Antwort war ein Raunen. Genau dieses Raunen will er jetzt im Nationalteam erzeugen.“

Die Uhr tickt. In 112 Tagen beginnt die WM 2026. Klopp wird als TV-Experte dabei sein, Nagelsmann als Chef. Zwischen beiden herrscht ein stilles Wettrennen: Wer zieht als Erster den nächsten Coup? Klopp lacht wieder, diesmal ins Telefon: „Ich tippe auf Julian. Der Typ macht einfach keine Pause – genau wie ich.“