Kletternews: dav-athleten revoltieren gegen verbandsführung!

Die deutsche Sportkletterszene ist erschüttert: Nach den jüngsten Enthüllungen über Missstände im Deutschen Alpenverein (DAV) kommt es nun zu offenen Konflikten zwischen Athleten und Verbandsführung. Vor allem im Sportklettern, einer olympischen Disziplin des DAV, brodelt es – und die Stimmung ist alles andere als gut.

Frustrierte champions und fragwürdige personalentscheidungen

Die Wut der Athleten wird von öffentlich gemachten Beschwerden über fragwürdige Personalentscheidungen im Verband angetrieben. Ein Bundestrainer erlebte eine Achterbahnfahrt der Kompetenzen, während ein anderer plötzlich fristlos entlassen wurde. Linus Bader, dreimaliger deutscher Meister, spricht offen von Gleichgültigkeit seitens der Funktionäre: „Da ist, glaube ich, auch kein Interesse da, wie es uns wirklich geht.“ Ein Satz, der die tiefe Kluft zwischen Athleten und Verband verdeutlicht.

Auch Alexander Megos, einer der besten deutschen Kletterer, äußert sich kritisch: „Man hatte sich für Olympia eine gewisse Professionalisierung erhofft, und es ist irgendwie immer schlechter geworden.“ Die Enttäuschung ist groß, und die Athleten fühlen sich von ihrem Verband im Stich gelassen.

Externe untersuchung und der schatten der vergangenheit

Externe untersuchung und der schatten der vergangenheit

Der DAV scheint nun Alarm auszuschlagen. Eine externe Kanzlei soll die Vorgänge aufklären, ein Schritt, der von vielen als zu spät kritisiert wird. Die Recherche der ARD-Sportschau deckte bereits einen E-Mail-Austausch aus dem Jahr 2023 auf, der schwerwiegende Vorwürfe gegen den damaligen Bundestrainer Ingo Filzwieser enthüllte, darunter massive Einflussnahme auf Athleten bezüglich ihres Gewichts. Auch der Betriebsrat wurde eingeschaltet – ein deutliches Zeichen für die Eskalation der Lage.

Ingo Filzwieser, einst degradiert, später befördert: Ein besonders brisanter Fall ist die Karriere des Bundestrainers Filzwieser. Nachdem ihm 2023 Kompetenzen entzogen wurden, erfolgte 2024 eine überraschende Beförderung zum DAV-Sportmanager. Eine Entscheidung, die viele Athleten als Schlag ins Gesicht empfanden. „Für mich ist viel kaputt gegangen“, so der frühere Bundestrainer Maxi Klaus.

Die Vorwürfe und der Umgang damit haben tiefe Wunden hinterlassen. Peter Schnabel, ein weiterer Bundestrainer, wurde fristlos gekündigt, ohne dass der Verband offizielle Gründe nannte. Die Folge: Ein Psychologe musste hinzugezogen werden.

Angst und einschüchterung

Angst und einschüchterung

Die Situation im DAV hat eine Atmosphäre der Angst erzeugt. Viele Athleten scheuen sich, öffentlich Kritik zu äußern, aus Angst vor negativen Konsequenzen. Der Kletterer Sebastian Halenke spricht von einem Vertrauensverlust in die Führung und einer Atmosphäre, in der sich Athleten eingeschüchtert fühlen. „Da ist im Umfeld schon spürbar, dass viele Angst haben.“

Die Krise im Deutschen Alpenverein ist noch lange nicht gelöst. Die Athleten fordern Transparenz, Ehrlichkeit und eine grundlegende Reform der Verbandsstruktur. Ob der DAV diesen Forderungen gerecht werden kann, bleibt abzuwarten. Doch eines ist klar: Das Vertrauen ist nachhaltig beschädigt.

Die Aufarbeitung der Vorwürfe ist entscheidend, um den deutschen Sportklettern eine Perspektive zu geben und die Glaubwürdigkeit des DAV wiederherzustellen. Die kommenden Wochen und Monate werden zeigen, ob der Verband in der Lage ist, die notwendigen Veränderungen herbeizuführen und das Vertrauen der Athleten zurückzugewinnen. Die deutsche Sportkletterszene steht am Scheideweg.