Spanien im bund: chattanooga wird zur wm-hochburg

Ein unerwarteter Twist im Vorfeld der Weltmeisterschaft: Die spanische Nationalmannschaft hat Chattanooga, Tennessee, als ihr Trainingslager gewählt. Doch hinter dieser Entscheidung steht eine faszinierende Geschichte eines Mannes, der sein eigenes Kapitel im US-Fußball schrieb und nun dazu beiträgt, dass ein Stück Spanien in den Südstaaten lebendig wird.

Der exil-traum, der realität wurde

Der exil-traum, der realität wurde

Juan Hernández Mendizábal, einst Profifußballer in Spanien, kam 2011 mit der Absicht in die USA, sich ein Jahr weiterzubilden und dann zurückzukehren. Ein Jahr wurde zu fünfzehn, und Chattanooga wurde zu seinem neuen Zuhause. Seit 2016 ist er hier, hat sich im Chattanooga F.C. eingebracht – zuerst als Spieler, dann als Trainer der Akademie und des ersten Teams, und aktuell als Leiter der Damenakademie seit 2021. „Ich habe mich hier eine kleine Geschichte aufgebaut“, so Hernández.

Was viele nicht wissen: Chattanooga ist alles andere als eine fußballferne Stadt. Der Verein hat eine lange Tradition der Innovation und genießt eine überraschend große Unterstützung. Hernández erinnert sich an die Finales des Nationalen Pokals, bei denen das Stadion mit 18.000 Zuschauern gefüllt war – ein Beweis für die Leidenschaft, die im Herzen von Tennessee für den „soccer“ brennt.

Die Wahl von Chattanooga als Trainingslager für die spanische Nationalmannschaft ist kein Zufall. Ein Kontakt in der RFEF (spanischer Fußballverband) hatte den Verein bereits 2015 nach einer Finalpartie gegen Miami ins Auge gefasst. Hinzu kommt die freundschaftliche Verbindung, die 2019 entstand, als der Real Betis hier ein Trainingsspiel bestritt, das Hernández als Kapitän mitgetragen hat. Der damalige Austausch von Trikots mit Joaquín, dem Kapitän des Betis, symbolisiert die wachsende Verbundenheit zwischen Chattanooga und dem spanischen Fußball.

Die Stadt bietet ideale Bedingungen: Eine Kombination aus Natur und urbanem Leben, eine ruhige Atmosphäre und erstklassige Trainingsanlagen der Baylor School, inklusive Fußball- und Golfplätze sowie einem See mit Booten. „Es ist ein perfekter Ort, um sich zu entspannen und zu konzentrieren“, betont Hernández.

Für Hernández persönlich ist die Ankunft der spanischen Nationalmannschaft ein emotionaler Moment. „Es fühlt sich an, als wäre ein Teil von mir angekommen“, gesteht er mit einem Lächeln. Die spanischen Flaggen, die Gespräche über Spanien – es weckt Kindheitserinnerungen und das Gefühl, wieder zu seinen Wurzeln zurückgekehrt zu sein.

Hernández blickt optimistisch auf die Chancen der spanischen Nationalmannschaft. „Das Team hat das Potenzial, die Welt zu erobern. Wir haben Stars, die Spiele entscheiden können, und erfahrene Spieler, die das Geschehen kontrollieren. Alle Voraussetzungen für einen WM-Triumph sind gegeben.“

Die Geschichte von Juan Hernández Mendizábal ist ein Beweis dafür, dass man auch abseits der großen Fußballnationen Träume verwirklichen und einen bleibenden Eindruck hinterlassen kann. Chattanooga, einst ein unbekannter Name im internationalen Fußball, wird nun für einige Wochen zum Epizentrum der spanischen WM-Vorbereitungen – und zum Inbegriff einer überraschenden, aber berechtigten Erfolgsgeschichte.