Kleeblatt würgt 96: fürth schockt hannover und lebt plötzlich wieder

Hannover wollte, Fürth konnte. Die SpVgg, bis gestern Abend das abgeschlagene Schlusslicht der 2. Bundesliga, fuhr beim 2:1 im Niedersachsenstadion den Dreier ein, der die Abstiegszone endgültig bebt. Die 96er? Vom Favoriten zum Narren in 90 Minuten.

Die ersten 33 minuten, die alles veränderten

Christian Titz hatte gewarnt, doch seine Mannschaft schien erst einmal selbst überrascht von der Aggressivität der Franken. Noel Futkeu nahm Maß, drehte sich in der Box wie ein Kreisel und nagelte die Kugel zum 0:1 in den Winkel – das erste Signal, dass der Tabellenletzte kein Kanonenfutter sein will.

Nach dem Seitenwechsel schaltete Hannover einen Gang höher, Maurice Neubauer glich aus (50.). Die Kurve bebte, das Aufstiegsrennen schien wieder in Reichweite. Doch Jannik Dehm antwortete nur sieben Minuten später mit dem zweiten Fürther Treffer – ein Konter, so kalt wie der Märzwind über der Maschsee-Anlage.

Die 73. Minute wurde zur Gala des verpassten Selbstvertrauens: Enzo Leopold scheiterte vom Punkt, Keeper Sascha Burchert warf sich nach links und parierte. Die Nordkurve verstummte, auf der Gästeblock tobte.

Warum fürth plötzlich wieder fußball spielt

Warum fürth plötzlich wieder fußball spielt

Heiko Vogel hatte seine Elf umgestellt, die Viererkette enger gesetzt und die Sechser-Position mit einer Art „Doppelsechser-Sicherheitsgurt“ verstärkt. Hannover fand keine Lücken, weil Fürth nicht mehr Fürth war. Die sonst so leichtfertige Ballverlust-Kaskade trocknete ein, die Zweikampfquote stieg auf 58 Prozent – Saisonbestwert.

Die Statistik lügt nicht: Erstmals seit 14 Spieltagen erzielte die SpVgg zwei Treffer in einem Match, erstmals seit dem 3. Spieltag blieb sie in zwei Partien in Folge ungeschlagen. Der Relegationsplatz ist nur noch ein Punkt entfernt, der direkte Klassenerhalt plötzlich kein Hirngespinst mehr.

Für Hannover dagegen droht der zweite Frühjahrs-Knick. Bereits zum Rückrundenauftakt kassierte 96 in Kaiserslautern ein 0:3, nun die zweite Heimpleite. Die Konkurrenten St. Pauli und Darmstadt dürfen morgen zusehen und nachlegen. Der Aufstieg rückt in weite Ferne, die Realität klopft lautstark an die Kabinentür.

Abpfiff in Hannover, Anpfiff zur Zitterpartie für die Roten. Wer am Samstag beim Karlsruher SC nicht gewinnt, darf sich auf einen Oster-Krach einstellen. Fürth dagegen reist mit breiter Brust zum 1. FC Magdeburg – und plötzlich mit dem Rückenwind der Hoffnung.