Klaus schäfer: unions rettungsweste schrumpft – vier punkte bis zur abstiegskluft
Die Bundesliga-Kälte frisst sich durch den Alten Försterei-Rasen. Nur noch vier Punkte trennen den 1. FC Union Berlin vom Relegationsplatz – und die Mannschaft von Trainer Steffen Baumgart wirkt, als hätte sie das Skript verloren.
Ein treffer am knöchel, der alles veränderte
Andras Schäfers Roter Karte nach 20 Minuten gegen Werder Bremen war der Funke, der das Pulverfass entzündete. 70 Minuten in Unterzahl, 1:4-Endstand, ein Vorsprung, der sich auf vier Zähler schmolz. Sportchef Horst Heldt spuckte seine Wut heraus: „Der Schiedsrichter irrt – Schäfer trifft den Gegner nicht oberhalb des Knöchels.“ Der VAR blieb stumm, Union blutet.
Die Zahlen sind gnadenlos: Acht Rückrunden-Spiele, fünf Punkte. Nur Wolfsburg und Heidenheim liegen noch hinter den Eisernen. Die Fans skandierten nach dem Abpfiff „aufwachen, aufwachen, aufwachen“ – ein Spiegelbild der Ohnmacht.

Notlösung in der dreierkette und ein kreativloch
Jetzt fehlen Schäfer gesperrt, Abwehrchef Leopold Querfeld (5. Gelb) und Diogo Leite (Oberschenkel). Entweder Alex Kral oder Vize-Kapitän Rani Khedira rutscht in die Innenverteidigung – ein Notfallplan, der nach improvisiertem Kindergarten klingt. Die Offensive? Eindimensional, leicht zu lesen wie ein Schulbuch. Zu viele Aktionen folgen dem Prinzip Hoffnung, zu wenig dem Plan.
Die Winterpause war ruhig, kein Neuzugang. Das rächt sich jetzt: Es fehlt ein Spielmacher, der Lücken sieht, und ein weiterer Verteidiger, der Lücken stopft.

Morgen ist heute: freiburg wartet schon
Am Sonntag geht’s ins Schwarzwald-Stadion. Baumgart warnt: „Wir haben uns diese Phase selbst eingebrockt, aber wir haben auch den Ansatz, wieder rauszukommen.“ Ilyas Ansah stemmt sich gegen die Panik: „Wir wissen, dass wir punkten können – und wir werden es versuchen.“
Die Uhr tickt. Die Rettungsweste schrumpft. Und Union muss jetzt beweisen, dass die Mannschaft, die Bayer Leverkusen schlagen konnte, nicht nur ein einmaliges Märchen war.
