Kinsky zerstört mit zwei patzern sein cl-debüt – atletico feiert 5:2-kantersieg
Der Traum wurde zur Albtraum-Viertelstunde. Antonin Kinsky, 22, durfte in Madrid endlich ran – und rutschte in die peinlichste Szene dieser Champions-League-Kampagne. Nach 15 Minuten stand Atletico 3:0, der tschechische Keeper war raus, Tottenham lag am Boden.
Die sekunden, die alles zerstörten
Minute 6: Kinsky will kurz ausspielen, der Rasen rutscht weg, der Abschlag landet bei Julian Alvarez. Drei Pässe später klingelt es. Minute 14: Griezmann läuft allein zu, Kinsky bleibt gelähmt stehen. Minute 15: Der nächste Querpass des Tormanns kullert wie in Zeitlupe wieder zu Alvarez – 0:3. Tudor reagiert sofort, zieht Kinsky runter, schickt ihn mit Betreuer in die Kabine. Die 16,5-Millionen-Investition wirkt wie versenkt.
Doch der Abend hat zwei Gesichter. Nach dem Wechsel stemmt sich Vicario gegen die Schmach, pariert dreimal klasse, doch die Abwehr bleibt ein offener Gehorsam. Llorente, Griezmann, nochmal Alvarez – Atletico schiebt den Ball mit kaltem Spannungsspiel in die Maschen. Tottenham zeigt nur kurz Zähne: Porro und Solanke treffen, doch das 2:5 wirkt wie ein Trostpflaster auf offener Wunde.

Die zahl, die conte oder postecoglou hätte warnen müssen
Die Spurs kassierten in fünf Pflichtspielen 14 Gegentore – nur einmal hielten sie die Null. Die Defensive zerbröselt, das Mittelfeld rennt nach, und vorne fehlt die Durchschlagskraft. Atletico dagegen spielte wie entfesselt: 17 Torschüsse, 9 aufs Tor, 5 Tore. Die Statistik lügt nicht, sie schreit.
Für Kinsky bleibt die Frage, wie lange die Psyche so einen Knacks verkraftet. Für Tottenham die Frage, ob das Rückspiel in drei Wochen überhaupt noch Sinn macht. Die Antwort steht schon fest: Atletico reist mit vier Toren Vorsprung nach London – und mit dem Gefühl, dass sie gerade erst angefangen haben.
