Kimmichs spielweise: helmer sieht risiko für dfb-team
Ein Schatten über dem deutschen WM-Traum? Thomas Helmer, Europameister von 1996, äußert ungewöhnliche Kritik an Joshua Kimmichs Rolle im DFB-Team. Der frühere Nationalspieler warnt vor den Folgen, wenn der Kapitän seine Vorwärtsdränge zu weit treibt.
Die balance ist entscheidend: kimmichs vorstöße unter der lupe
Die Leistung der deutschen Mannschaft beim ersten Gruppenspiel gegen Curacao (7:1) mag beeindruckend gewirkt haben, doch Thomas Helmer sieht tieferliegende Probleme. Seine Beobachtung: Joshua Kimmich neigt dazu, allzu oft ins Zentrum zu ziehen und dort selbst das Spiel zu diktieren. „Er kann das grundsätzlich gut“, räumt Helmer ein, „aber gegen stärkere Gegner kann das problematisch werden, wenn dadurch die rechte Seite nicht konsequent besetzt bleibt.“
Es ist ein Balanceakt, den Kimmich finden muss. Der Versuch, sowohl Defensivarbeit zu leisten als auch als Spielmacher zu agieren, birgt das Risiko, dass wichtige Räume im Angriff freiliegen. Helmer spricht von einem „zusätzlichen Spielmacher“ und betont, dass diese Tendenz gegen Top-Mannschaften zu Schwierigkeiten führen kann. Die Disziplin, seine Position zu halten und die rechte Seite zu sichern, wird für Kimmich zur Schlüsselaufgabe.

Überraschungen im deutschen team: brown und nmecha überzeugen
Trotz seiner Bedenken sieht Helmer das deutsche Team grundsätzlich positiv. Das souveräne Ergebnis gegen Curacao sei ein Indikator für das Potenzial der Mannschaft. Besonders hob er die Leistungen von Nathaniel Brown und Felix Nmecha hervor, Spieler, die vor dem Turnier weniger im Fokus standen. Ihre starken Auftritte zeigten, dass es im Kader noch unentdeckte Talente gibt, die das Turnier bereichern könnten.

England als favorit: „sehr stabil und sehr komplett“
Während Deutschland überzeugen konnte, sieht Helmer den Weltmeister von 1966, England, als frühen Titelfavoriten. Die Leistung gegen Kroatien, insbesondere in der zweiten Halbzeit, habe ihn beeindruckt. „Sie wirken sehr stabil und sehr komplett“, so Helmer. Auch Frankreich überzeugte mit schnellem Umschaltspiel und präzisen Pässen.
Die WM verspricht Spannung und Überraschungen. Doch für Deutschland gilt es, die Balance zu finden und die individuellen Stärken optimal einzusetzen. Das Spiel gegen stärkere Gegner wird zeigen, ob die Mannschaft den Ansprüchen gewachsen ist. Die nächsten Partien werden entscheidend sein, um den Traum vom WM-Titel am Leben zu erhalten.
