Kimmichs spielweise: helmer sieht balance-problem für dfb-elf
Darmstadt. Thomas Helmer, einstiger europäischer Fußballmeister, äußert deutliche Kritik an Joshua Kimmichs Auftreten auf dem Platz. Der DFB-Kapitän, dessen Vielseitigkeit oft gelobt wird, neigt demnach dazu, zu sehr ins Zentrum zu rücken und dort das Spiel zu diktieren – ein Ansatz, der gegen stärkere Gegner fatale Folgen haben könnte. Die Beobachtung des ehemaligen Bayern- und Dortmund-Profis wirft einen langen Schatten auf die anstehenden WM-Partien.

Kimmichs vorstoß ins mittelfeld: risiko für die deutsche nationalmannschaft?
„Kimmich zieht viel zu oft ins Zentrum und versucht, dort das Spiel zu gestalten. Das kann er grundsätzlich gut, aber gegen robustere Gegner wird es problematisch, wenn dadurch die rechte Seite vernachlässigt wird“, erklärte Helmer dem Nachrichtenportal WEB.DE News. Das Problem liegt demnach darin, dass Kimmich sich fast wie ein zusätzlicher Spielmacher aufspielt, was zwar gegen vermeintlich schwächere Gegner wie Curacao (7:1) noch funktionierte, aber gegen Weltklasse-Mannschaften zu einem Sicherheitsrisiko werden könnte.
Helmer betonte, dass er grundsätzlich eine positive Grundstimmung bezüglich der deutschen Nationalmannschaft sieht. Allerdings mahnte er zu einer realistischen Einschätzung der Lage. „Viele andere Teams hatten am ersten Spieltag große Mühe. Die deutsche Mannschaft war da schon sehr souverän“, so der 61-Jährige. Besonders die Leistungen von Nathaniel Brown und Felix Nmecha fielen ihm positiv auf – Spieler, die vor dem Turnier kaum im Fokus standen und nun überraschend überzeugten.
England hat Helmers Gunst indes gewonnen: „Sie haben mich beeindruckt, vor allem in der zweiten Halbzeit gegen Kroatien. Sie wirken sehr stabil und komplett.“ Auch die französische Nationalmannschaft überzeugte mit ihrer Schnelligkeit und Passsicherheit. „Diese Tiefenläufe, die Geschwindigkeit im Umschalten und die präzisen Pässe in die Spitze sind extrem schwer zu verteidigen.“
Die Frage, ob Kimmich seine Rolle auf dem Platz anpassen und die Balance zwischen Spielgestaltung und Positionsdisziplin finden kann, wird entscheidend sein für den weiteren Erfolg der deutschen Mannschaft bei der Weltmeisterschaft. Helmers Warnung ist ein deutliches Signal an den Kapitän und das Trainerteam: Nur eine klare Rollenverteilung und taktische Flexibilität werden den Weg zum Titel ebnen.
