Kimmich zieht die meister-karte: „das geben wir nicht mehr her“
3:2 in Dortmund, elf Punkte Vorsprung – die Bundesliga ist gelaufen. Joshua Kimmich sagt es offen, Trainer Vincent Kompany lehnt ab. Doch die Zahlen lügen nicht.
Der rekord jagt den rekord
Die 87. Minute war kein Tor, sie war ein Statement. Kimmich nimmt den Ball aus der Luft, lässt ihn fallen, trifft – 3:2. Die Südtribüne verstummt, die Bayern jubeln, die Meisterschaft wird auf 64 Minuten verkürzt. Zehn Spieltage, elf Punkte Vorsprung, das sagt der Mann, der in der Länderspiel-Pause noch über Rotation philosophierte: „Das werden wir nicht mehr abgeben.“
Kompany dagegen redet wie ein Lehrer, der die Klassenfahrt abblasen muss, weil die Eltern die Zustimmung vergessen. „Ab Montag ist das wieder vorbei“, sagt er, „einfach Vollgas weitergehen.“ Dabei wissen alle: Gas gibt es nur noch für die Statistik. 88 Tore nach 24 Spielen – das sind 3,7 pro Partie. Der ewige Rekord von 101 Toren aus der Saison 1971/72 liegt 14 Treffer entfernt, das ist kein Zufall, das ist ein Plan.

Kane trifft, der bvb trauert
Harry Kane stempelt sich selbst zur Fußnote. Zwei Mal netzt er ein, zwei Mal jubelt er leise, als wüsste er, dass diese Tore nur Zahlen in einer Excel-Tabelle sind. Der Engländer hat 30 Saisontreffer, 14 fehlen noch zum Rekord, er selbst wirkt wie jemand, der schon die Playliste für die Meisterfeier plant.
Dortmund dagegen rutscht in die Bedeutungslosigkeit. 3:2 klingt nach Drama, war aber Effizienz-Demonstration. Die Bayern schießen, wann sie wollen. Die Schwarz-Gelben rennen, wohin sie sollen. Der Abstand wächst, die Lücken auch.
Am Ende bleibt ein Satz, der in München schon vor dem Frühjahrs-Training stand: Die Meisterschaft ist keine Frage mehr, nur noch ein Datum. Und das hat Kimmich längst notiert.
