Kiel zerlegt flensburg und läutet derby-woche mit kanonenkrawall ein

Kein Blatt vor den Mund, keine Gnade: Der THW Kiel jagt die SG Flensburg-Handewitt mit 36:29 aus der eigenen Halle und schickt den Erzrivalen mit blutender Nase in die nächste Schlacht. Samstag, 20 Uhr, erneut Kiel, erneut Nordderby – diesmal in der Bundesliga. Die Uhr tickt für Flensburg.

Was am Dienstag begann, ist noch lange nicht vorbei. Die 115. Ausgabe des Nordderbys wurde zur Demontage. Kiel startete wie ein geöltes Gewehr, lag zur Pause 18:15, hatte dabei keinen einzigen technischen Fehler auf dem Konto – Flensburg hingegen versenkte sich selbst mit fünf Ballverlusten. Die Zahlen lügen nicht: Wer so sauber wirft, der darf auch jubeln.

Die kieler maschine läuft heiß

Die kieler maschine läuft heiß

Nach dem Seitenwechsel wurde es noch hässlicher für die Gäste. Zwei Treffer in Serie, 20:15 – die Vorentscheidung. Ales Pajovic, Flensburgs Coach, nahm Auszeit, aber sein Team war schon mental in der Kabine. Bei 32:23 (47.) war die Angelegenheit erledigt. Bence Imre ließ die Abwehr alt aussehen, erzielte sieben Treffer. Torhüter Gonzalo Pérez de Vargas schlug neun Bälle zurück – ein Statistenauftritt war das nicht.

Die SG Flensburg muss nun über die Play-offs ins Viertelfinale der European League, während Kiel als Gruppensieger schon feststeht. Die Tabelle lügt selten, aber sie sagt noch nichts über das aus, was Samstag auf dem Programm steht: Schicksalsspiel Nummer zwei in fünf Tagen. „Zwei Nordderbys in einer Woche – das gab es seit zehn Jahren nicht“, sagte Dyn-Kommentator Lennart Wilken-Johannes. Die Fans dürften sich trotzdem geschlagen geben: Ihr Kalender ist bis Sonntagfrüh verplant.

Die MT Melsungen bekam unterdessen einen kalten Schauer: 25:34 gegen Vardar Skopje, Gruppensieg verspielt. Hannover-Burgdorf steht dagegen als Sieger der Gruppe 4 fest – selbst eine 23:26-Pleite in Nasice schmerzt nicht mehr.

Kiel aber hat die Ruhe weg. Die Mannschaft von Cheftrainer Filip Jícha wirkt bereit, die Derby-Woche mit einem Doppelpack zu historisieren. Flensburg muss antworten – oder wird erneut zur Zielscheibe. Samstagabend entscheidet sich, ob die Serie aus Münchener Zeit noch länger wird oder endlich bröckelt. Eines ist klar: Der THW hat den ersten Schlag ausgeteilt, und der sitzt tief.