Flaccadori und magnini stoppen den sport-ausstieg: so packen sie kids in mailand

Ein Schulhof wird zur Arena. Die Sekundarschule „S. Caterina da Siena“ in Mailand hat den zweiten Stopp der landesweiten Anti-Drop-out-Tour von Sport e Salute und Adidas ausgerichtet – und zwei Superstars mitgebracht: Diego Flaccadori, Italiens Basketball-Hoffnung, und Filippo Magnini, einst schnellster Schwimmer der Welt. Ihr Auftrag: 12-Jährige daran zu erinnern, warum Sport nicht nur ein Freizeitspaß, sondern Lebensversicherung ist.

Warum genau jetzt jeder dritte teenager aufgibt

Die Zahlen schreien laut: Nach der Grundschule verlieren 35 % der Kids jede Bindung an Bewegung. Pubertät, Smartphones, Druck durch Noten – alles zieht sie weg vom Feld. Die Konsequenz: Übergewicht, Konzentrationsstörungen, soziale Isolation. Das Programm „Scuola Attiva Junior“ will die Kurve kriegen, bevor die Motivation endgültig kippt.

Adidas stellt die Stars, die staatliche Fördergesellschaft Sport e Salute das Budget. Sechs Städte, sechs Themen, ein Ziel: Sport als festen Bestandteil des Schulalltags verankern. Mailand stand für „Teamgeist und Durchhaltevermögen“.

Flaccadori versenkt, magnini rettet – und die kids? die fangen an zu glühen

Flaccadori versenkt, magnini rettet – und die kids? die fangen an zu glühen

08:15 Uhr, Sporthalle Don Bosco. Flaccadori dribbelt mit 30 Zwölftklässlern im Slalom, Magnini zeigt Atemübungen, die ihn einst zur Weltmeisterschaft trugen. Dazwischen: ein Parcours aus Seilspringen, Passstafetten und Zielwurf. Kein Leistungsdenken, nur Spiel. „Ihr müsst nicht Weltmeister werden“, ruft Flaccadori, „ihr müsst nur dranbleiben.“

Danach Q&A. Ein Junge fragt Magnini, wie er frühe Aufstehen verkraftet hat. Antwort: „Disziplin ist kein Talent, sondern ein Muskel. Den trainiert man jeden Morgen neu.“ Applaus, dann Grup selfie – gepostet, geliked, versprengt in alle sozialen Netzwerke. Die Botschaft ist angekommen.

Das experiment zieht bilanz: 87 % wollen weitermachen

Das experiment zieht bilanz: 87 % wollen weitermachen

Beim Abschlusscheck geben 87 % der Schüler an, demnächst einen Sportverein zu besuchen. Das ist 20 Prozentpunkte über dem italienischen Durchschnitt. Die Lehrkräfte sind baff: „Wir predigen das seit Jahren, heute haben es zwei Promis in 90 Minuten geschafft“, sagt Rektorin Lucia Colombo.

Nächste Station: Neapel, April 2024. Thema: „Frauen im Sport“. Adidas bestätigt: Man suche weibliche Vorbilder, um auch Mädchen zu halten. Die Serie läuft, der Countdown gegen den sportlichen Stillstand tickt.

Wenn ein Kind den Schulsport zur Gewohnheit macht, spart das laut Gesundheitsministerium bis zu 1.400 Euro jährlich an Behandlungskosten. Die Rechnung ist simpel: Je mehr Hallen zu Klassenzimmern werden, desto weniger Kliniken braucht Italien. Flaccadori und Magnini haben den ersten Drehtag dafür gedreht – und die Kids lieferten die beste Quote: 100 % Lebensenergie.