Kiel verspielt den ausweg: drama gegen nürnberg endet mit 2:3
Kiel wollte den Befreiungsschlag, kassierte stattdessen den K.o. Mit 2:3 unterlag Holstein dem 1. FC Nürnberg und bleibt tief in der Abstiegszone vergraben. Zwei Tore von Julian Justvan und ein spätes Sahnehäubchen von Mohamed Ali Zoma besiegelten die nächste Heimniederlage. Die Kieler kämpften sich zwar zweimal zurück, doch am Ende zählte wieder nur die nackte Pleite.
Justvan zaubert, kiel wankt
14. Minute, Schallmauer-Knall. Justvan läuft sich warm, vollstreckt nach Zoma-Flanke eiskalt. Acht Minuten später setzt er nach – mit einem van-Basten-artigen Direktabnahme ins lange Eck. 0:2, das Stadion verstummt. Die Störche wirken wie gelähmt, bis Adrian Kapralik nach einer halben Stunde den Anschlusstreffer erzwingt. Die Partie kippt, Kiel atmet auf.
Die Dramatik steigert sich in der Nachspielzeit des ersten Durchgangs: 13 Minuten werden angehängt, weil beide Keeper im Strafraum umgeknockt werden. Kasper Davidsen nickt in dieser Extrazeit zum 2:2 ein – und die BWT-Stadion-Decke droht abzuheben.

Die wende bleibt aus
Nach dem Seitenwechsel dominiert Kiel Ball und Räume, doch Chancenverwertung bleibt ein Fremdwort. Steven Skrzybski kommt, Phil Harres auch – doch der Befreiungsschlag verpufft. In der 72. Minute schlägt Nürnberg erneut zu: Zoma tanzt an der Kieler Abwehr vorbei, schlenzt aus 16 Metern ins lange Eck. 3:2, die Kieler Seuche hält.
Die Schlussoffensive der Hausherren wird zur Schinderei. Jonas Therkelsens Kopfball wird auf der Linie geklärt, Skrzybski jagt den Ball über die Latte. Selbst Keeper Timon Weiner rückt in der Nachspielzeit noch in den Strafraum – doch der „Club“ rettet über Bande. Die Heimpleite ist besiegelt, der Abstiegsplatz geerbt.
Mit nur 22 Zählern nach 26 Spielen schmilzt der Spielraum auf ein Minimum. Am Sonntag gastiert Kiel beim VfL Bochum – ein weiterer Fehltritt würde die Todeszone endgültig zur Falle machen. Die Faszination des Sports? Heute nur schwarz-weiß.
