Kiel und flensburg liefern sich nord-duell-krimi – binnen fünf tagen gleich zweimal

Der THW Kiel ist schon Gruppensieger, die SG Flensburg-Handewitt fixiert auf Platz zwei – trotzdem droht am Dienstagabend im Ostsee-Stadion kein Testspiel-Charakter. 20.45 Uhr, Anpfiff zur letzten Hauptrunde der EHF European League, heißt es: Revanche oder Doppelpack? Denn nur drei Wochen nach dem 30:32 im Flens-Arena hat die SG die Rechnung offen – und am Samstag warten in der Bundesliga bereits die nächste Partie auf beiden Seiten.

Zebras mit angst im nacken

Zwei Niederlagen in Serie – zuletzt gegen Gummersbach und Stuttgart – haben Kiels Deckung wie ein schwammiges Konstrukt erscheinen lassen. „Wir stecken in einem seltsamen Loch“, sagt Kapitän Domagoj Duvnjak, 37, und fordert die Fans auf, die „Emotionen zurückzupumpen“. Dabei wissen alle: Ein Derby kann die Saison ruckartig korrigieren. Flensburgs Youngster Marko Grgic, 22, formuliert es so: „Diese Spiele schweißen uns als Team – und sie bestimmen die Stimmung im Umfeld für Monate.“

Die Statistik? Kiel führt 32:30 im Hinspiel, doch die Tordifferenz zählt nur in der Tabelle. In der Realität herrscht Gleichstand: Nord-Pride gegen Krisen-Stress. Die SG muss im April noch in die Play-offs, für sie ist jeder Sieg ein Seelen-Balsam. Die Zebras wollen den Schlingerkurs stoppen, bevor er in die Meisterplay-offs trägt.

Deutscher dreiklang in europa

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Parallel zum Knaller an der Förde reist Hannover-Burgdorf als bereits gesicherter Gruppensieger nach Kroatien zu Nasice (18.45 Uhr). Die Partie ist reine Formsache – trotzdem wollen die Niedersachsen ihre Siegesserie von fünf Pflichtspielen ausbauen. Heißer wird es um 20.45 Uhr in Melsungen: Die MT empfängt Vardar Skopje. Beide haben zehn Punkte, der Sieger rutscht direkt ins Viertelfinale. Ein Unentschieden reicht Melsungen aufgrund des besseren Torverhältnisses – doch wer rechnet schon mit Ruhmeständelei?

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Die Botschaft ist klar: Wer den Norden Deutschlands beherrschen will, muss sich in diesen fünf Tagen beweisen – zweimal. Erst Europa, dann Liga. Flensburg will den Befreiungsschlag, Kiel die Trendwende. Beide wissen: Verlieren ist eine Option, Zögern keine.