Kiel fixiert viertelfinale, flensburg muss ran: die handball-el liefert den nächsten knaller
Der THW Kiel zieht als erster deutscher Club direkt ins Viertelfinale der European League ein, die SG Flensburg-Handewitt dagegen darf noch mal schwitzen. Das 29:36 in der Fördestadt war ein Schlag in die Magengrube – reicht aber trotzdem fürs Heimspiel in den Play-offs. Die Ausgangslage: Flensburg trifft auf Skanderborg-Aarhus, Montpellier muss gegen Elverum ran, MT Melsungen reist nach Dänemark zu Fredericia und Kristianstad fordert Nexe Nasice.
Gruppe i: kiel macht ernst, flensburg kassiert prügel
Die Zebras haben sich mit 36 Toren beim Nordderby keinen Gefallen getan – sie haben einfach keine Lust auf Halbwertszeiten. 36:29, ein Ergebnis, das die Konkurrez in Europa mitmischen lässt. Flensburg steht trotz der herben Niederlage auf Rang zwei, weil Bidasoa Irun komplett von der Rolle ist. Die Spanier kassierten in sechs Spielen null Punkte, ein Debakel, das sich selbst in der Chronik der European League so schnell nicht wieder findet.
Montpellier profitierte davon, setzte beim 36:34 in Irun den Schlusspunkt und sicherte sich die Punkte fürs Weiterkommen. Der direkte Vergleich gegen Kiel ging zwar verloren, doch die Franzosen haben nun die Play-offs im Visier.

Gruppe ii: portos last-second-coup lässt elverum verzweifeln
FC Porto war die ganze Saison der Geheimfavorit, jetzt ist er Realität. Das 30:29 in Aarhus war keine Glanzleistung, sondern kalte Effizienz. Pedro Oliveira erlöste seine Farben 30 Sekunden vor Schluss, Torhüter Ante Grbavac parierte 17 Mal – Zahlen, die wehtun. Elverum ging als Sieger gegen Granollers mit 29:27 vom Parkett, durfte trotzdem nicht jubeln. Der Direktvergleich entschied sich in zwei Toren zugunsten der Portugiesen.
Granollers schließt die Gruppe als Schlusslicht ab, ein Ergebnis, das die Klubbosse in Katalonien so nicht auf der Rechnung hatten.

Gruppe iii: vardar zerlegt melsungen – und die moral
Die MT Melsungen wollte mit einem Sieg gegen Skopje direkt ins Viertelfinale, doch HC Vardar 1961 hatte andere Pläne. 37:33 und 34:25 lauteten die Schlussfolgerungen aus Nordmazedonien, ein Doppelschlag, der die Hessen auf Platz zwei verweist. Jetzt heißt es Fredericia HK – ein Gegner, der in der Gruppenphase schon gezeigt hat, dass er in der Lage ist, Favoriten zu ärgern.
Benfica Lissabon schied trotz Heimrecht aus. Die 22:30-Pleite gegen IFK Kristianstad war ein Debakel, das sich Axel Mansson mit sieben Toren allein nicht erkämpfen konnte. Hayder Al-Khafadji hielt zwar 16 Bälle, doch hinten wie vorne lief nichts zusammen.

Gruppe iv: hannover schon durch, nexe schnappt sich platz zwei
Die TSV Hannover-Burgdorf stand bereits vor dem letzten Spieltag als Viertelfinalist fest – ein Luxus, den sich sonst niemand leisten konnte. Gegen Schlusslicht Kadetten Schaffhausen reichte ein 29:30, um die Kroaten von RK Nexe Nasice auf Rang zwei zu schieben. Ivan Barbic verwandelte neun von sechs Siebenmetern, Mihailo Radovanovic hielt den Laden mit 13 Paraden. Fredericia HK landete dank Anders Kragh Martinussen (10 Tore) auf Platz drei und darf nun gegen Melsungen ran.
Kadetten Schaffhausen beendet die Gruppe mit nur vier Punkten – eine Enttäuschung, die in der Schweiz für heiße Diskussionen sorgt.

Die play-off-paarungen im überblick
Skanderborg-Aarhus – SG Flensburg-Handewitt, Montpellier HB – Elverum Handball, Fredericia HK – MT Melsungen, IFK Kristianstad – RK Nexe Nasice. Die Hinspiele finden am 31. März statt, die Rückspiele eine Woche später. Die Viertelfinals folgen am 28. April und 5. Mai, dort wartet bereits der THW Kiel auf den Sieger aus Kristianstad/Nexe.
Die European League liefert das nächste Kapitel – und die deutschen Clubs stehen mittendrin. Flensburg muss zittern, Kiel darf planen. Die Moral: In der Handball-Bundesliga zählt jeder Ball, in Europa zählt jeder Treffer doppelt.
