Khedira: tunesien-debüt war "ein ganz, ganz großer moment"

Rani Khedira blickt zurück auf eine Karriere voller Höhepunkte – und ein unerwartetes Kapitel, das erst spät begann: sein Debüt für die tunesische Nationalmannschaft. Der Mittelfeldspieler von Union Berlin spricht im rbb|24-Interview über diesen besonderen Moment, die Herausforderungen im Abstiegskampf und die besondere Atmosphäre bei seinem Verein.

Der späte wechsel: warum tunesien?

Mit 32 Jahren entschied sich Khedira für einen überraschenden Schritt: Er schloss sich der tunesischen Nationalmannschaft an, nachdem er zuvor für die deutschen Jugendnationalmannschaften gespielt hatte. Ein Anruf des Trainers Sabri Lamouchi veränderte alles. "Es war ein schöner, besonderer Moment, für das Land des Vaters auflaufen zu dürfen. Ganz sicher war es ein ganz, ganz großer Moment meiner Karriere," so Khedira.

Die Entscheidung fiel ihm nicht schwer. Ein Treffen mit Lamouchi in Berlin, eine Umarmung und schon stand fest: Khedira würde in Kanada sein Debüt für Tunesien feiern. Das Gefühl, für seine Wurzeln spielen zu können, überwog.

Abstiegskampf und die familie union

Abstiegskampf und die familie union

Doch nicht nur die Nationalmannschaft hält den Routinier auf Trab. Der Kampf um den Klassenerhalt in der Bundesliga ist angespannt. Union Berlin steht vor einer schwierigen Aufgabe, obwohl die Mannschaft stets versucht, an ihre Grenzen zu gehen. "Wir haben immer versucht, uns am Limit zu bewegen, haben es leider nicht immer hinbekommen," erklärt Khedira.

Was Union Berlin so besonders macht, ist die familiäre Atmosphäre. „Der Verein ist unfassbar sympathisch, wie eine große Familie. Die Fans, die Mannschaft, alle aus dem Staff ziehen an einem Strang. Sie sind mit jeder Faser ihres Körpers für Union da.“ Diese Unterstützung ist für Khedira ein entscheidender Faktor.

Marie-louise eta: mehr als nur eine trainerin

Marie-louise eta: mehr als nur eine trainerin

Die Verpflichtung von Marie-Louise Eta als erste Cheftrainerin der Bundesliga sorgte für großes Aufsehen. Khedira betont jedoch, dass die mediale Resonanz im Verein geringer ausgeprägt war. "Draußen war es größer als es bei uns intern war. Sie ist direkt reingekommen und hat gesagt, es geht um uns und nicht um sie." Eta überzeugt durch ihre Kompetenz, Empathie und klare Kommunikation. Sie vermittelt Inhalte, hat eine Spielidee und leitet die Mannschaft gekonnt.

Khedira sieht in Eta eine Vorbildfigur für junge Frauen, die im Fußball Karriere machen wollen. "Es sollte langsam etwas Normales werden. Das würde ich mir wünschen für sie, aber auch für alle Mädchen und Frauen, die gern Fußball spielen oder im Fußball arbeiten wollen.“

Über Gerüchte über das Interesse des Borusia Mönchengladbach möchte sich Khedira nicht äußern. Er konzentriert sich auf die Gegenwart und das Hier und Jetzt.

Die Saison ist noch nicht entschieden, aber Rani Khedira und Union Berlin kämpfen mit Herz und Seele. Ein großer Moment seiner Karriere ist vorbei – und ein neues Kapitel wird gerade geschrieben.