Kerley fliegt raus – und landet direkt in den doping-spielen

Fred Kerley darf zwei Jahre lang nicht starten, doch das interessiert ihn offenbar kaum. Der ehemalige 100-Meter-Weltmeister wurde von der Athletics Integrity Unit wegen wiederholter Verstöße gegen die Meldepflicht gesperrt – und kündigt parallel seinen Einsatz bei den Enhanced Games an, dem Wettkampf, bei dem Doping erlaubt ist.

Die sperre ist nur noch formsache

Seit August 2025 stand der 30-jährige Amerikaner ohnehin auf der Abschussliste. Dreimal habe er versäumt, seine Aufenthaltsdaten zu aktualisieren – ein Vergehen, das die AIU konsequent ahndet. Die nun verhängte Sperre bis August 2027 bestätigt nur, was längst klar war: Kerley ist raus aus dem klassischen Leichtathletik-Zirkus.

Doch statt zurückzustecken, wirft er sich ins nächste Abenteuer. Mit seiner Zusage für die Enhanced Games im Mai in Las Vegas liefert er World Athletics die perfekte Zielscheibe. Der Verband hat bereits angekündigt, Teilnehmer mit langjährigen Sperren zu belegen – ein Schlag ins Wasser, solange die Veranstalter in Nevada keine offizielle Weltrekordliste anerkennen.

Vom olympia-podest zur pharma-show

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Kerley war 2020 in Tokio über 100 Meter zweiter, 2024 in Paris Dritter. Diese Medaillen stehen nun im Schatten einer Karriere, die sich in Richtung Spektakel verabschiedet. Die Enhanced Games preisen sich als „Olympia der Zukunft“, doch in Wahrheit sind sie eine Arena für Ausgeschlossene und Aufmüpfige. Kerley passt ins Bild: schnell, laut, unbeirrbar.

Die Leichtathletik verliert einen ihrer prominentesten Sprinter – und gewinmt ein Warnschild. Wer die Meldepflicht verpennt, landet nicht einfach auf der Tribüne, sondern im Paralleluniversum der Pillen und Pulver. Für Kerley ist das kein Bruch, sondern die nächste Bühne. Er hat nichts mehr zu verlieren, außer vielleicht den letzten Rest Ansehen.