Kennedy schockt gout im regen von melbourne – 20,38 s sind der erste warnschuss für paris
Lachlan Kennedy lachte, als er die nasse Bahn verließ. 20,38 s bei −0,7 m/s Wind – das klingt nach Routine, war aber ein Seitenhieb gegen den Hoffnungsträger des australischen Sprintens. Gout Gout, 18 Jahre, Rekord von 20,04 s, musste sich mit 20,43 s begnügen. Zweiter Platz. Erste Runde an Kennedy.
Der 22-jährige kennedy dreht den spieß um
Die Szenerie: Lakeside Stadium, Wasser glänzt auf der Tartanbahn, Zuschauer unter Regenschirmen. Der Maurie Plant Meet ist seit Jahren das Sprungbrett für jene, die es nach Europa und dann in die Weltjahresbestenlisten schaffen wollen. Kennedy, Silber über 60 m bei der Hallen-WM in Nanjing, nutzte den Heimvorteil gnadenlos. Kurz vorher hatte er bereits die 100 m in 10,03 s (0,3) gewonnen – Doppelpack inklusive.
Doch die Zahl, die Australien in den sozialen Medien teilt, ist 20,38. Nicht weil sie spektakulär ist – Gout ging 2024 schneller –, sondern weil sie signalisiert: Der Jungstar ist noch lange kein Monopolist. Kennedy bewies, dass man sich in Melbourne auch ohne Rekord in die Geschichtsbücher sprinten kann.

Cameron myers jagt die uhr und die statistik
Während die Sprintstars sprachen, erledigte Cameron Myers das Mittelstrecken-Training der Saison. 3:30,42 min über 1500 m – das ist die schnellste Zeit, die je zwischen Januar und April gelaufen wurde. Weltjahresbeste 2026, klar. Der 19-Jährige, Silber bei der U-20-WM in Lima, jagte mit jedem Kreis die Anzeigetafel wie ein Videospiel. Kein Gegner blieb innerhalb von zwei Sekunden. Der Rekord der Meetingveranstaltung? Geschichte. Myers zielt jetzt auf die 3:29-Grenze – und das schon im Südhemisphärsommer.
Die Leichtathletik-Welt schaut nach Melbourne, weil der Continental Tour Gold der zweite Rang nach der Diamond League ist. Und weil hier Zeiten entstehen, die im August in Paris plötzlich wieder relevant werden.

Patterson und n. kennedy setzen ausrufezeichen
Jacory Patterson steuerte seine 44,41 s über 400 m bei – Jahresweltbeste, obwohl seine Saison eigentlich erst beginnt. Der US-Amerikaner, letztjähriger Diamond-League-Sieger, lief wie ein Mann, der weiß, dass 44-Sekunden-Läufe im August Medaillen bedeuten können.
Nina Kennedy, Olympiasiegerin mit 4,90 m in Paris, musste diesmal nur 4,72 m springen, um zu gewinnen. Kein Weltrekord, aber ein Statement: Die Stange mag bei 5,06 m (Isinbayeva) stehen, doch wer 4,70 m+ sicher rüberbringt, ist auch 2025 Goldkandidatin.
Claudia Hollingsworth sorgte im Frauen-1500-m-Rennen für den engsten Finish des Tages. 4:01,30 min – Meetingrekord. Georgia Hunter Bell, frisch gekürte Hallenweltmeisterin, blieb mit 4:01,52 min auf der Spur. Zwei Sekunden entschieden über Sieg und Niederlage – und über Social-Media-Debatten, wer Australiens Mittelstrecken-Hoffnungsträger Nummer eins ist.
Die Zahlen stehen. Die Namen sind klar. Und die Saison hat gerade erst begonnen – mit einem Regenguss, der in Melbourne für frische Zeiten und alte Rivalen sorgte.
