Kellermann und popp verlassen wolfsburg – bvb plant frauen-bundesliga-offensive
Ralf Kellermann und Alexandra Popp verlassen den VfL Wolfsburg – und das innerhalb von Tagen. Der Klub verliert damit nicht nur seinen langjährigen Sportdirektor, sondern auch seine prominenteste Spielerin. Der BVB wartet bereits.
Kellermann, 57 Jahre alt und jahrelang das Gesicht des Erfolgsmodells Wolfsburg, wechselt zum BVB. Dort soll er den Frauenfußball professionalisieren und den Aufstieg in die Bundesliga vorantreiben. Popp folgt ihm. Die 34-jährige Stürmerin unterschrieb bis 2029 – mit Perspektive auf eine Posten nach der Karriere.
Der bvb steht vor einem umbruch – und einem langen weg
Die Dortmunder Frauen spielen derzeit in der Regionalliga, der dritten deutschen Spielklasse. Der direkte Aufstieg in die Bundesliga ist kompliziert. Eine neue 3. Liga steht vor der Tür. Das verzögert den Aufstiegsplan. Kellermann soll das ändern. Schnell.
Die Entscheidung wirkt wie ein strategischer Schachzug. Kellermann galt in Wolfsburg als Garant für Stabilität. Nun übernimmt er genau dort, wo der BVB noch nicht angekommen ist. Der Klub baut ein Frauen-Team auf, das mit Namen wie Popp Aufmerksamkeit erzeugt – aber noch keine Liga, die mitspielt.
Popp selbst kündigte ihren Wechsel live im BVB-Stadion an. Symbolik inklusive. Die Fans jubelten. Doch hinter den Kulissen brodelt es. In Wolfsburg bleibt ein Vakuum. Kellermanns Abgang trifft den VfL mitten in der Planung. Spielerinnen zögern. Transfers platzen. Selina Cerci, Nationalspielerin, zögert. Vivien Endemann und Lineth Beerensteyn verlassen den Klub wohl ebenfalls. Die Kaderplanung läuft nicht mehr über Kellermann, sondern über Trainer Stephan Lerch – mit deutlich weniger Macht.

Osman cankaya soll die lücke schließen
Als Nachfolger für Kellermann gilt Osman Cankaya, Sportlicher Leiter des 1. FC Nürnberg. Mit 36 Jahren jünger, unverbraucht, aber ohne Frauenfußball-Erfahrung. Die Entscheidung steht noch aus. Doch der Druck wächst. Der VfL will sich nicht aus der Spitze verabschieden. Der BVB will hinein.
Die Frage ist nicht nur, ob der BVB es schafft. Sondern auch, ob Wolfsburg ohne Kellermann und Popp weiterhin ganz oben mitspielt. Der Markt bewegt sich. Die Konkurrenz nicht nur in München beobachtet genau, was jetzt passiert.
Die Liga verändert sich. Und mit ihr die Machtverhältnisse. Wer jetzt richtig plant, bestimmt mit. Wer zögert, verliert. Der Frauenfußball wird nicht nur gespielt. Er wird neu verteilt.
