Kehl raus, matthäus zieht den nächsten paukenschlag nach
Borussia Dortmund hat gerade den Stecker gezogen – und schon rattert die Gerüchtekochmaschine auf Hochtouren. Lothar Matthäus, Rekordnationalspieler und Meister des lauten Nebenschauplatzes, legte am Sonntagabend in der Sky-Sendung „Sky90 – die Fußballdebatte“ nach: Markus Krösche sei „ein Schritt nach oben“ für den BVB.

Matthäus wirft den fc bayern ins rennen
Der Haken: Der 65-Jährige zog sofort den roten Faden weiter nach München. „Da steht nämlich der FC Bayern“, sagte er, nachdem er Krösche als möglichen Kehl-Nachfolger ins Spiel gebracht hatte. Max Eberls Vertragslage beim Rekordmeister sei offen, warf er ein – und schob rhetorisch nach: „Warum lässt sich der FC Bayern so lange Zeit?“ Ein Satz, der in der Frankfurter Römerstraße genauso ankam wie in der Säbener Straße.
Die Konstruktion ist perfide: Matthäus baut Krösche zum heißen Kandidaten auf, nur um ihn Sekundenbruchteile später als potenziellen Bayern-Beute zu deklarieren. Dabei weiß jeder, dass die Frankfurter mit Krösche seit 2021 ein Erfolgsmodell fahren. Die Europa-League-Saison 2021/22, die stetige Champions-League-Präsenz, die Transferbilanz mit Randal Kolo Muani oder Willian Pacho – alles seine Handschrift.
Doch Matthäus kennt den Kniff: Erst das Dortmunde Kalkül wackeln lassen, dann die Münchner Unruhe schüren. „Das wäre ein noch größerer Schritt nach oben“, sagte er, wenn Krösche statt nach Dortmund direkt nach München wechseln würde. Ein Satz, der in Wahrheit keiner ist – es ist ein Angebot.
Zurück an der Westfalenhalle: Nach Sebastian Kehls sofortiger Trennung am Sonntagmittag sucht der BVB einen Sportdirektor, der die Bruchstelle zwischen Transfer-Realität und sportlichem Anspruch kitten kann. Nils-Ole Book, 40, Sportvorstand bei der SV Elversberg, gilt intern als Favorit. Doch der Name Krösche brennt sich ins Hirn. Denn Kovac und Krösche speisten kürzlich gemeinsam – und Fotos vom Abend gingen rum. Ein Zufall? In Dortmund glauben nur noch Außerirdische an Zufall.
Matthäus‘ Botschaft ist ein Türöffner und Türangel zugleich: Krösche passt nach Frankfurt, aber er passt auch in die große Bühne. Und wenn der FC Bayern zögert, springt vielleicht Dortmund. Oder umgekehrt. Oder beides. Die Transferperiode ist ein Pandora-Spielfeld, und Matthäus hält den Deckel.
Die Wahrheit: Kein Verein kann sich in dieser Personalie Zeit lassen. Die Vorbereitung startet in acht Wochen, der Kader verlangt klare Linien. Wer zuerst zieht, gewinnt. Die Frage ist nur: Wer traut sich, Krösche aus Frankfurt zu lösen? Und wer bezahlt den Preis – sportlich wie psychologisch?
Die Antwort liegt nicht in der Sky-Runde. Sie liegt in der Geschwindigkeit der Anrufe, die jetzt gemacht werden. Dortmund oder München – oder Frankfurt behält seinen Mann. Eines steht fest: Am 23. März 2026 hat Lothar Matthäus wieder einmal den Taktstock übernommen. Und die Sinfonie spielt erst auf.
