Kane trifft, var zerstört – bayerns aufholjagd in leverkusen endet im drama
Die BayArena bebte 58 Sekunden lang. Dann kam der Killerblick aus Köln. Harry Kane, frisch reingekommen, schob zum vermeintlichen 1:1-Ausgleich auf, Leverkusen stand kopf, die Bayern-Mappe flog auf. Doch Christian Dingert musste hin, musterte die Monitor-Bilder – und strich das Tor wegen Handspiels. Die 73. Saisonminute wurde zur Zerreißprobe für Rekordmeister und Tabellenführer gleichermaßen.

Kanes ellenbogen wird zur schicksalsfrage
Der Stürmer war im Luftduell mit Janis Blaswich hochgestiegen, der Keeper klärte, der Ball sprang an Kanes Arm, der leicht vom Körper abstand. Dingert entschied: bewusste Bewegung, strafbar. Die Münchner protestierten, doch die Regel ist gnadenlos – auch wenn der Kontakt minimal war. Für Thomas Tuchel die zweite Videobeweis-Pleite binnen 45 Minuten, denn schon Jonathan Tahs Kopfballtreffer war wegen Handspiel annulliert worden. Die Bayern laufen derzeit gegen Doppelmoral und Balllotto gleichzeitig.
Leverkusen spielte mutig, ging durch Exequiel Palacios früh in Führung (23.), überstand kurz vor der Pause den Platzverweis gegen Jeremie Frimpong wegen Notbremse. Die Werkself verteidigte mit Mann- und Video-Macht, konterte, biss, eckte. Erst in der 69. Minute schlug Luis Díaz zurück – diesmal zählte das Tor, obwohl der Kolumbianer wenig später mit Gelb-Rot vom Platz flog. 11 gegen 11, 10 gegen 11, 9 gegen 10 – die Zahlen wirbelten wilder als der Ball.
Am Ende bleibt ein 1:1, das sich für Bayern wie eine Niederlage anfühlt und für Leverkusen wie ein Sieg. Die Münchener verspielen zwei Punkte, die sie sich selbst rauben, denn sie treffen zweimal ins Netz und kein einziges Mal in die Wertung. Die Bundesliga-Spitze rückt zusammen, der Meisterkampf wird zur Lotterie – und der VAR zur Hauptfigur.
