Kane pulverisiert atalanta – bayern zieht mit vollgas ins viertelfinale
4:1, 10:2 im Gesamtwerk, 50. Champions-League-Treffer für Harry Kane – der FC Bayern hat Atalanta Bergamo in der Allianz Arena nicht nur besiegt, sondern regelrecht versenkt. Der Viertelfinal-Platz ist fix, Real Madrid heißt die nächste Herausforderung. Die internationale Presse schreibt von einer Demontage, die keine Fragen offen lässt.
Italiens medien sprechen von einem debakel
»Kane und der FC Bayern waren nicht zu stoppen«, resümiert die Gazzetta dello Sport nüchtern. Die Tuttosport-Überschrift »Atalanta bricht erneut ein« klingt wie eine Diagnose. Der Traum vom Wunder in München zerplatzte schon in der 12. Minute, als Kane das 1:0 erzielte. Die Gäste wirkten wie nach dem 1:6 im Hinspiel mit dem Schock noch im Genick.
Spanien nimmt den Faden auf. »In München gab es kein Wunder«, konstatiert die AS und fügt schadenfroh hinzu: »Ein geschwächter FC Bayern machte den Sack zu.« Die Marca sieht die Ruhepause abgeschafft: »Der FC Bayern kennt keine Pause.« Die Botschaft ist klar: Real Madrid sollte sich warm anziehen.

Deutsche presse: ›zieh dich warm an, vini!‹
Die Bild-Zeitung schickt Vinícius Júnior eine Kampfansage: »Zieh dich warm an, Vini!« Dahinter steht das Wissen, dass Vincent Kompany selbst ohne Joshua Kimmich und Leon Goretzka ein System gefunden hat, das ballbesitz- wie umstellungsschnell agiert. Sky hebt die Zahl hervor, die jede Diskussion beendet: »Zehn Tore in zwei Spielen!«
Süddeutsche Zeitung lobt den Mut des Trainers: »Kompany bringt doch noch einen 16-Jährigen.« Jonas Urbig, bislang ein Phantom, rückt ins Team, weil Prescott fehlt. Doch der Teenager wird kaum gefordert – das sagt alles über die Dominanz des FCB.

Kane schreibt geschichte – und schweigt sich aus
Mit seinem 50. Treffer in der Königsklasse schiebt sich der Stürmer in die Reihe von Messi und Ronaldo. ESPN notiert lapidar: »Erster Engländer mit 50 Toren.« Mehr muss man dazu nicht sagen. Kane selbst verlässt nach Abpfiff rasch den Mixed Zone-Bereich. Er läuft bereits auf Real zu.
Die Zahre spricht für sich: 25 Pflichtspiel-Tore in dieser Saison, zwölf Assists, 3,2 Torgefahren-Aktionen pro 90 Minuten. Wer ihn stoppen will, braucht mehr als nur eine defensive Viererkette.

Real-kracher: münchen ohne furcht
Kompany sagt es offen: »Wir haben vor niemandem Angst.« Das klingt nicht nach PR, sondern nach einer Tatsache. Die letzte Heimpleite gegen Madrid liegt zwei Trainergenerationen zurück. Die Mannschaft tickt anders: Musiala dribbelt wie neugeboren, Pavlović gewinnt 71 % seiner Zweikämpfe, Davies sprintet 34 km/h – und das, obwohl die Saison eigentlich schon in der Winter-Vorbereitung als verloren galt.
Die Buchmacher sehen Bayern dennoch als Außenseiter. Die Quote auf den Einzug ins Halbfinale steht bei 2,45. Das ist gut für die Stimmung im Kader. »Wir brauchen diesen Underdog-Status«, sagt Vorstandschef Max Eberl. »Er erinnert uns daran, dass wir beißen müssen.«
Am 8. April donnert es in der Allianz Arena. Dann zählt nur noch ein Sieg. Und nach 180 Minuten gegen Madrid wird sich zeigen, ob die Atalanta-Demontage der Auftakt zu einer neuen Bayern-Ära war – oder nur ein kurzes Feuerwerk im Frühjahr.
