Kanada verweigert partey einreise – ghana startet ohne mittelfeld-motor in die wm
Thomas Partey wird nicht spielen. Ghana muss beim WM-Auftakt gegen Panama (Do., 1 Uhr MEZ) auf seinen kreativen Zündstoff verzichten, weil Kanada dem 32-Jährigen die Einreise verweigerte. Der Grund: laufende Vergewaltigungsvorwürfe in Großbritannien. Das Commonwealth-Land sieht sich nicht verpflichtet, mutmaßliche Straftäter einzulassen – Anklage reicht.
Die behörden reden, partey schweigt
Ottawa spricht nicht mit der Fifa. Die Fifa spricht nicht mit Ottawa. Die Ghanaische Delegation schaute bis Donnerstag noch in die Runde und winkte ab: „Wir wissen von nichts“, sagte Sportminister Kofi Adams. Dann kam die Mail aus Toronto. Kein Visum, kein Spiel. Die Uhr läuft, der Flieger startet ohne ihn.
Partey steht in London vor Gericht: sieben Anklagepunkte wegen Vergewaltigung, einer wegen sexuellen Übergriffs. Die Vorwürfe reichen von 2020 bis 2022. Der Prozess beginnt am 8. Juni 2027 – verschoben, verzögert, verschärft. Er bestreitet alles. Arsenal ließ ihn trotzdem ran, bis der Vertrag 2025 auslief. Villarreal zahlte danach die Ablöse. Der Rasen war stets sein Schutzschild.

Jetzt trifft es die black stars
Ohne Partey verliert Ghana den Spielmacher, der Bälle diagonal zerlegt und Spielrhythmen wie einen DJ mixt. Im Training der vergangenen Tage lief Elisha Owusu in der Sechser-Doppel-Achter-Raute auf – eine Option. Coach Otto Addo könnte auch gleich mit Salis Abdul Samed und Mohammed Kudus die Box-to-Box-Lösung wählen und Panama früh pressen, um das Loch in der Mitte zu überspielen.
Die Fifa bestätigt: Gastgeberländer entscheiden allein über Visa. Kanada macht davon Gebrauch. Und Ghana? Muss umdenken. Der erste Schritt Richtung K.o.-Phase soll ohne den Mann erfolgen, der eigentlich den ersten Pass spielt.

Eine wm beginnt ohne ihren dirigenten
Alles, was jetzt zählt, ist der Anpfiff in Toronto. Die Schwarzen Sterne werden laufen, jubeln, vielleicht fluchen – wissend, dass ihr Taktgeber 4.500 Kilometer entfernt in einem Hotelzimmer sitzt und auf ein Gericht wartet, das fast ein Jahr nach dem Finale terminiert ist. Sport und Justiz – sie kollidieren auf dem Flugfeld von Pearson International.
