Kalinskaya schlägt badosa in charleston – spaniens hoffnung zerbricht am aufschlag

Paula Badosa verlässt den WTA-500-Turnier von Charleston mit dem Gefühl, dass ihre eigene Serve sie im Stich gelassen hat. Die 26-jährige Spanin unterlag der Russin Anna Kalinskaya in gerade einmal 67 Minuten mit 4:6, 2:6 – und das, obwohl sie noch in der Vorwoche von einer «neuen Energie» gesprochen hatte.

Kalinskaya nutzt jede schwäche gnadenlos aus

Die Statistik ist gnadenlos: Badosa holte nur 56 % der Punkte auf ihren ersten Aufschlag, Kalinskaya hingegen 74 %. Die Russin verwandelte alle vier Breakbälle, die ihr angeboten wurden; Badosa kam auf zwei Chancen und nutzte nur eine – im allerersten Game des Matches. Danach war nichts mehr zu holen. «Ich habe heute keine Antwort gefunden», gestand Badosa im Tunnel von Credit One Stadium, während Kalinskaya bereits auf die 17-jährige US-Qualifikantin Iva Jovic blickte, die sich vor wenigen Stunden überraschend gegen Wang Xiyu durchsetzte.

Für Badosa ist es die dritte Früh-Aus in Folge: Indian Wells Runde eins, Miami Runde zwei, jetzt Charleston- Achtelfinale. Seit ihrem Ausstieg aus den Top 100 im Februar schwankt ihre Weltranglistenposition zwischen Platz 105 und 120 – ein Spiegelbild des körperlichen Tiefes, das sie seit 15 Monaten verfolgt. Stressfraktur im Rücken, Schulterprobleme, Oberschenkelzerrung – die Liste liest sich wie ein Lehrbuch der Sportmedizin.

Doch das Match von gestag zeigt: Ihr Körper hält, ihre Zuversicht bröckelt. Die einstige Weltranglisten-Vierte schlug neun Winner, aber 28 unerzwungene Fehler. Kalinskaya dagegen spielte wie auf Band: druckvoll, aber fehlerarm. «Sie hat mir keine Atempause gegönnt», sagte Badosa. «Und ich habe ihr geschenkt, was sie wollte.»

Die zahlen, die wehtun

Die zahlen, die wehtun

0:4 – so lautet Badosas Bilanz gegen Kalinskaya im Head-to-Head. 1:10 – ihre Sieg-Niederlage-Statistik seit Januar. Und 0 – die Anzahl an Turniersiegen seit Mai 2022. Die Cijfern sprechen eine Sprache, die selbst ihre treuesten Fans nicht mehr schönreden können. Auf Instagram postete sie nach dem Match von Miami: «Ich bin weit weg von meiner besten Version, aber sie lebt in mir.» Die Version blieb in Charleston im Players-Box.

Jetzt steht Stuttgart an, dann Madrid, Rom – der europäische Rasen-Sand-Swing, der einst ihre Paradedisziplin war. 2021 gewann sie in Belgrad und Indy, 2022 stand sie im Halbfinale von Roland Garros. Heute wirkt diese Paula wie ein Phantom. Ihr Coach Pol Toledo Aguiló versuchte während des Matches mit Handzeichen Zuversicht zu signalisieren – doch seine Schützling schaute nur auf den roten Staub, als suche sie darin eine Erklärung.

Kalinskaya wird nun gegen Jovic um ihren ersten WTA-500-Halbfinaleinzug seit Charlestown 2021 kämpfen. Für Badosa bleibt die schwere Aufgabe, sich nicht in Selbstzweifel zu verlieren. Die Saison ist noch jung, aber die Uhr tickt. In zwölf Monaten muss sie ihre Punkte aus dem verletzungsbedingten Ausfall verteidigen – sonst droht der Abstieg jenseits von Platz 150. Die gute Nachricht: Ihre schlimmsten Schmerzen sitzen nicht mehr im Bein, sondern im Kopf. Und gegen die kann man trainieren.