Kadioglus lauf bringt türkei ans wm-tor: 90 minuten trennen sie vom traum

Ferdi Kadioglus Sprint in die Tiefe war nur acht Meter lang, reicht aber, um ein ganzes Land jubeln zu lassen. Mit seinem 1:0 gegen Rumänien katapultierte sich die Türkei ins Play-off-Finale und damit eine Begegnung von der ersten WM-Teilnahme seit 2002 entfernt.

Die taktische falle des montella war ein verteidiger

Im Tüpraş-Stadion, sonst Heimort von Beşiktaş, ging es von der ersten Minute nur in eine Richtung – Richtung rumänisches Tor. Doch der Block um Ionut Radu war ein Betonmischer, 45 Minuten lang undurchlässig, weil Montellas Offensive sich in halben Chancen verrannte. Erst als Arda Güler, 21 und schon jetzt Real-Madrid-Kult, die Kugel aus dem rechten Halbraum auf Kadioglu schlug, riss die Mauer. Der Feyenoord-Profi war eigentlich als Linksverteidiger deklariiert, startete aber wie ein Stürmer. Niemand ging mit.

Die Szene war symptomisch für ein Spiel, das lange wie ein Trainingslag drillte: Türkei spielt, Rumänien stapelt. Erst nach dem Treffer wackelte die rumänische Disziplin, Kenan Yildiz traf die Latte, Güler scheiterte an Radu. Die Gäste? Einmal Rares Selimovic mit einem Distanzfeuerwerfer, mehr nicht.

Dienstag wird güler zum general oder zur tragischen figur

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Jetzt heißt es Warten auf den Gegner: Slowakei oder Kosovo. Beide Teams kennen die türkische Seele, beide wissen, dass die Crescent-Stars unter Druck kochen und zerlaufen können. Güler aber trägt dieses Team auf Schultern, die noch nicht einmal voll entwickelt sind. Seine Zahlen: 25 Ballkontakte im letzten Drittel, 7 erfolgreiche Dribblings, 2 Schussvorlagen. Ohne ihn wäre die Türkei heute nicht im Finale ihrer Träume.

Die Statistik spricht laut: seit 2002 wartet die Türkei auf eine WM, seit 13 Spielen ist sie unbesiegt. Die letzte Niederlage: gegen die Slowakei. Ironie der Geschichte – genau diese könnte nun wieder kommen. 90 Minuten trennen sie von Kanada, Mexiko, USA. 90 Minuten trennen sie auch davon, wieder ein Sommermärchen schreiben zu dürfen.